Farminar zu "Spätfröste im Weinbau"

Christian Gaus & Viktoria Lindner

Weinberg im Frühling

Die Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL) veranstaltete am Dienstag, den 04.05.2021 ein 90-minütiges Farminar zum Thema „Anpassungsmaßnahmen gegen Spätfröste im Weinbau“. Die LEL bestreitet damit neue Wege im digitalen Raum und nutzt durch das Format Farminar eine weitere Möglichkeit zur Informationsvermittlung und Kommunikation. Trotz räumlicher Distanz wird dadurch die Praxisnähe und der Austausch mit Referent*innen garantiert. 

Hintergrund

Das Thema „Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel“ und umfassende Informationen über mögliche Anpassungsmaßnahmen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Auch das derzeit an der LEL laufende Projekt „DiKliWa“ (Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel in Bildung und Beratung -digital-) beschäftigt sich mit diesem Thema. Ziel des Projekts ist es, den Akteuren in der Landwirtschaftsbildung und -beratung Möglichkeiten aufzuzeigen, wie landwirtschaftliche Betriebe Anpassungsmaßnahmen ausgehend von der jeweiligen spezifischen Situation in ihren betrieblichen Ablauf integrieren können, um somit zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben. 

Anfang des Jahres wurde eine Umfrage zum Thema „Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel“ bei Berater*innen, Schulleiter*innen und Lehrkräften in Baden-Württemberg durchgeführt. Die Auswertung der Umfrage ergab unter anderem, dass aufgrund des vorgezogenen Vegetationsbeginns Spätfröstschäden im Frühjahr als eine wesentliche Auswirkung des Klimawandels auf die Landwirtschaft wahrgenommen werden. Das Klimateam der LEL hat sich zum Ziel gesetzt, den landwirtschaftlichen Akteuren Möglichkeiten in Form eines sogenannten Farminars aufzuzeigen, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Was ist ein Farminar?

Ein Farminar (Zusammensetzung aus dem engl. Wort „farm“ für „Bauernhof“ und „Seminar“) ist ein Web-Seminar, das direkt live vom landwirtschaftlichen Betrieb gestreamt wird. Die Teilnehmenden sind somit virtuell „direkt am Feld“ dabei, während die Betriebsleiter*innen und Expert*innen durch den Betrieb führen und praxisnahe Beispiele zeigen. Interaktive Methoden sorgen dafür, dass sich die Teilnehmenden aktiv in das Farminar einbringen und so die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung mitgestalten können. So können die Teilnehmenden im Farminar Diskussionspunkte über Umfragen setzen und ihre Fragen jeder Zeit über den Live-Chat direkt an die Moderation stellen. Im Moderationsstudio werden die eingehenden Fragen der Teilnehmenden aufgenommen, gebündelt und an die Referent*innen weitergegeben (siehe Abb. 1).

Austausch zwischen den Akteuren
Abb. 1 - Austausch zwischen den Referenten vor Ort und der Moderatorin im Studio

Die wichtigsten Fakten

In Mitten des Weinbergs in Sachsenheim auf dem Betrieb „Weingut Georg und Anja Merkle GbR“ hat das Farminar stattgefunden (siehe Abb. 2). Begleitet wurde es durch die Referenten Hanns-Christoph Schiefer von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (LVWO), Lothar Neumann vom Landratsamt Heilbronn und durch das Vater-Sohn-Gespann Georg und Sandro Merkle, die Betriebsleiter der „Weingut Georg und Anja Merkle GbR“.

Live-Übertragung vom Weinberg (Foto: Weingut Georg und Anja Merkle GbR /LEL-Bilderdatenbank)Die Referenten Hanns-Christoph Schiefer und Lothar Neumann stellten zunächst dar, wie sich die klimatische Situation in Baden-Württemberg geändert hat und welche Auswirkungen dies auf den Weinbau hat. Auch erklärten die zwei Referenten, welche unterschiedlichen Möglichkeiten der Anpassung es bereits in Baden-Württemberg gibt und worin deren Vor- sowie Nachteile liegen. Seit mehreren Jahren hat der Betrieb Merkle ein „elektrisches Heizdrähtesystem“ im Weinberg installiert. Dieses praktische und anwendungsbezogene Beispiel wurde von Georg und Sandro Merkle vorgestellt. 

Rund 250 landwirtschaftliche Akteure nahmen an dem Farminar teil, darunter 82 Landwirt*innen, 25 Berater*innen, 50 Bedienstete der Landwirtschaftsverwaltung, 9 Studierende und 6 Lehrer*innen. Sowohl der zeitliche Ablauf, als auch die Technik funktionierten einwandfrei. Insgesamt erwies sich das Format des Farminars als sehr gut, um eine breite Zielgruppe anzusprechen.

Weiteres Vorgehen

Erste Rückmeldungen sind sehr positiv ausgefallen, darüber hinaus wurde kürzlich ein Onlinefragebogen zur Evaluierung an die Teilnehmenden versandt, um das Format validieren und ggf. Anpassungen an der Technik und der Durchführung vornehmen zu können. Zudem wurde das Farminar aufgezeichnet und ist unter dem Reiter „weitere Informationen & Downloads“ veröffentlicht. 

Einen zusätzlichen Mehrwert bietet das Farminar im Ganzen und durch die geplante Weiterverarbeitung zu Kurzvideos, da es dadurch auch weiterhin für Schulungszwecke genutzt werden kann. 

 

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