Stand: USDA-Datenbank (09. Oktober 2026)
In der sechsten Einschätzung des Erntejahres 2026/27 durch das US-amerikanischen Agrarministerium (USDA) korrigierten die
Schätzer die Getreideernte gegen die Erwartungen des Marktes eher leichte nach oben. Mit 2.411 Mio.t wird die Ernte um 1 Mio.t
höher gesehen als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr beläuft sich das Minus auf 62 Mio.t. Entsprechend fällt der
Rückgang der Endbestände mit minus 30,8 Mio.t etwas geringer aus. Zum 30.06.2027 wird ein Wert von 589,3 Mio.t erwartet. Damit
fallen die Endbestände deutlich besser aus als in der Vormonatsschätzung, als man noch einen Bestand von 581,3 Mio.t erwartet
hatte. Zu dieser besseren Einschätzung trägt das aktuelle Jahr 2026/27 allerdings nur einen kleinen Betrag bei. Vielmehr haben
die Schätzer den Zuwachs der Endbestände des Vorjahres 2025/26 in der Oktoberschätzung nochmals um gut 7 Mio.t nach oben
korrigiert, so dass das aktuell deutlich bessere Bild entstehen konnte.
Bei Weizen 2026/27 bleiben die Erwartungen gegenüber dem Vormonat mit 822,4 Mio.t unverändert. Die für die EU-27 notwendige
Abwärtskorrektur der Weizenernte wurde durch ein leichtes Plus der Schätzungen für Canada und die USA kompensiert. Die
Maisernte hingegen soll mit 1.293,8 Mio.t gegenüber dem Vormonat um rund 2,8 Mio.t besser ausfallen. Hierzu trägt v.a. die
Aufwärtskorrektur der US-Maisernte um rund 6,0 Mio.t bei. Abwärtskorrekturen der Maisernte wurden vor allem für die EU-27
und in geringem Maße für Mexiko vorgenommen. Dennoch bleibt bei Mais ein Plus. Die Gerstenernte wird mit 160,1 Mio.t (- 0,8)
etwas schwächer gesehen als im Vormonat. Leicht schwächere Einschätzungen der Ernten in der EU-27 und Argentinien zeichnen
hier verantwortlich.
Bei den Ölsaaten prognostizieren die Schätzer erstmals seit Schätzungsbeginn des Erntejahres 2026/27 im Mai ´26 einen
leichten Rückgang der Erntemengen. Mit 722,2 Mio.t wird die Ernte um knapp 1,3 Mio.t schwächer gesehen als im Vormonat (723,5).
Soja soll es mit 442,7 Mio.t zwar etwas mehr geben als im September geschätzt (422,3). Die Ernten für Raps (- 0,4 Mio.t auf 99,6)
und Sonnenblumen (- 0,1 Mio.t auf 63,6) hingegen mussten leichte Abwärtskorrekturen hinnehmen. Das eigentliche Minus in der
Gesamtmenge der Ölsaaten kommt allerdings von Seiten der Erdnussernte (- 0,9 Mio.t auf 50,1) sowie der Palmkernernte (- 0,5 Mio.t auf
20,5), während Baumwollsaat und Kokos als nahezu unverändert eingeschätzt werden.
In Summe zeigt die Oktoberschätzung ein vom Markt so nicht erwartetes stabiles Bild. Vor allem bessere Einschätzungen der
US-Ernte sowie weiter positive Stimmung zu den Ernten der Südhalbkugel prägen die Oktoberschätzung. Bleibt abzuwarten, was
der für diesen Winter in starker Ausprägung erwartete El Ninõ noch zu den Zahlen beitragen wird.
Download: 2026 aktuelle USDA_Analyse.pptx (Power point, ca. 12 MB)
© Werner Schmid, w.schmid-markt@gmx.de, LEL Schwäbisch Gmünd


