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Marktblick KW 32 und Marktlage vom 31.07.2022

KW 32/22

Rapskurse nach Abwärtstrend wieder seitwärts

Wie kaum anders zu erwarten gerieten die Rapskurse kurz vor der Ernte unter Druck. Während der Novembertermin NOV22 an der Euronext Mitte Mai noch oberhalb von 860 €/t stand, notiert er aktuell um 660 €/t. Seit Ende Juni bewegt sich der Kurs, zwar stark schwankend, seitwärts in einem Band zwischen 620 bis 700 €/t. Am Kassamarkt werden in Süddeutschland für den neuen Raps Gebote um 630 €/t ausgerufen, im Norden sind es etwa 10 bis 15 €/t mehr. Die Nachrichten im Markt sorgen derzeit für keine klare Orientierung der Rapskurse und -preise. 
Die eher preissenkenden Signale sind: Nach den Augustzahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) soll die Welt-Rapsernte mit 80,2 Mio.t so hoch ausfallen wie nie zuvor. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung Ende Juli von einer Rapsernte um 17 Mio.t in den Mitgliedstaaten aus, das sind knapp +6 % gegenüber dem Vorjahr. Und in Deutschland ist die Rapsernte nach Einschätzung des DBV (Deutscher Bauernverband) von Anfang August mit 3,96 Mio.t (+13 % zum Vorjahr) überraschend positiv ausgefallen. Druck auf die Rapskurse übt auch die Abwärtsbewegung der Rohölkurse aus. Das hat Auswirkung auf die Rapsölpreise, die seit Anfang Juni rund 25% verloren haben.
Die eher preistreibenden Signale sind: Die Nachfrage nach Raps durch die Ölmühlen ist lebhaft. Auch die Rapsschrotkurse zeigen sich fest, derzeit eher mit leicht steigender Tendenz. Dafür sorgt nicht zuletzt die Niedrigwassersituation auf den Flüssen. Kleinwasser hat die Schiffstransporte nahezu verdreifacht. Stützend wirken die festen Kurse bei Sojaschrot und –bohnen in den USA. Dort sorgt man sich aufgrund der Trockenheit um die Bestände. Und nicht zuletzt der mit 1,02 US-Dollar je Euro notierende schwache Kurs des Euro verteuert Importe und stützt damit die Rapskurse.
Zu hoffen bleibt, dass zumindest ein Teil der neuen Ernte schon im Frühjahr vermarktet wurde. Aber richtig schlecht sind Preise bei 63 €/dt nun wirklich auch nicht. Dennoch kann man derzeit durchaus auch darüber nachdenken, noch nicht vermarktete Ware einzulagern. Eine alte Regel des Risikomanagements lautet. Einen Teil vor, einen Teil in und einen Teil nach der Ernte vermarkten. Das könnte im aktuellen Jahr durchaus eine erfolgreiche Strategie sein.

© Schmidt, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de

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