Stand: USDA-Datenbank (11. September 2026)
In der fünften Einschätzung des Erntejahres 2026/27 durch das US-amerikanischen Agrarministerium (USDA) gab es bei der
Getreideernte eine leichte Korrektur nach unten. Mit 2.410 Mio.t wird die Ernte um 2 Mio.t niedriger geschätzt als im Vormonat.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Minus inzwischen auf 63 Mio.t aufgebaut. Entsprechend fallen die Endbestände um 31,8 Mio.t auf
einen Wert von 581,3 Mio.t zurück. Aber die Septemberschätzung ist mir Vorsicht zu genießen. Während die Ernten in
wichtigen Ländern der Nordhalbkugel wie den USA, Indien und Russland, in welchen die Ernte inzwischen weitgehend gedroschen ist,
deutlich nach unten korrigiert wurden, wurde die Ernte Australiens und in geringerem Maße auch Argentiniens deutlich angehoben. Dort
befinden sich die Bestände aber erst in der Aussaat oder im beginnenden Frühjahrsaufwuchs. Insofern könnten in den kommende
Schätzungen weitere Abwärstkorrekturen ins Haus stehen.
Bei Weizen haben die Schätzer für 2026/27 ihre Erwartungen gegenüber dem Vormonat auf 822,4 Mio.t (+ 3,1 Mio.t) angehoben.
Vor allem für Australien wird eine um 3 Mio.t größere Weizenernte gegenüber dem Vormonat prognostiziert. Die Maisernte
hingegen soll mit 1.291,0 Mio.t gegenüber dem Vormonat um gut 8 Mio.t kleiner ausfallen. Hierzu tragen v.a. die Abwärtskorrektur
der US-Maisernte um rund 5,4 Mio.t sowie der Maisernte Indiens um rund 2 Mio.t den größten Teil bei. Die Gerstenernte wird mit
160,9 Mio.t (+3,8) hingegen deutlich besser gesehen als im Vormonat. Auch hierfür steht v.a. die Aufwärstkorrektur der
Ernteerwartung in Australien um rund 3 Mio.t auf 17,1 Mio.t in der Verantwortung.
Bei den Ölsaaten sehen die Schätzer erneut ein leichtes Plus mit 723,5 Mio.t (+2,5). Während die Sojaernte unverändert
bei 442,3 Mio.t gesehen wird soll es mit 100,0 Mio.t mehr Raps (+1,9 z.Vormonat) sowie 63,7 Mio.t Sonnenblumen (+1,1 z.Vormonat) geben.
Aber auch hier gilt. V.a. die Ernte Australiens bei Raps wurde um 1 Mio.t nach oben gehoben.
In Summe zeigt die Septemberschätzung für die Nordhalbkugel eher ein leicht gedämpftes Bild, während die Hoffnungen auf
die Ernten der Südhalbkugel vom USDA optimistischer eingeschätzt wurden. Bleibt abzuwarten, was der für diesen Winter in
starker Ausprägung erwartete El Ninõ zu den Zahlen beitragen wird.
Download: 2026 aktuelle USDA_Analyse.pptx (Power point, ca. 12 MB)
© Werner Schmid, w.schmid-markt@gmx.de, LEL Schwäbisch Gmünd


