Marktlage tierischer Bereich

Wie ist die aktuelle Marktlage bei Nutztieren und tierischen Produkten in Baden-Württemberg?
Hier finden Sie unseren aktuellen Marktblick und eine Zusammenfassung der Marktlage über die letzten 2 Monate aus unserem Newsletter vom Juli 2026.

Ferkel- und Schweinepreise in Baden-Württemberg

Schweine- und Ferkelmarkt sendet erste Erholungssignale

Nach den deutlichen Preisrückgängen der vergangenen Wochen zeigt sich der deutsche Schlachtschweinemarkt Anfang August erstmals wieder fester. Ausschlaggebend hierfür ist vor allem das rückläufige Angebot an schlachtreifen Schweinen. Aufgrund der sommerlichen Hitze fallen die Tageszunahmen geringer aus, sodass weniger und zugleich leichtere Tiere zur Schlachtung gelangen. Gleichzeitig konnten die angebotenen Schweine zuletzt wieder deutlich zügiger vermarktet werden. Da das Kaufinteresse der Schlachtunternehmen das verfügbare Angebot inzwischen leicht übersteigt, wurde die VEZG-Preisempfehlung Anfang August in KW 32 um 10 Cent auf 1,50 €/kg Schlachtgewicht angehoben.
Auf der Nachfrageseite zeigen sich erste vorsichtige Belebungstendenzen. Mit dem Ende der Betriebsferien in ersten fleischverarbeitenden Unternehmen ziehen die Bestellungen leicht an. Insbesondere bei einzelnen Edelteilen wie Filets, Lachsen und Nacken konnten höhere Preise durchgesetzt werden. Der in den vergangenen Wochen bestehende Angebotsdruck ist derzeit nicht mehr spürbar. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Schweinefleisch insgesamt noch auf einem verhaltenen Niveau. Belastend wirkt sich zwar weiterhin die europäische Marktlage aus, allerdings zeigen sich zuletzt erste Anzeichen einer Entspannung. Nachdem Polen in den vergangenen Wochen überwiegend Schweinefleisch aus Spanien bezogen hatte, werden inzwischen wieder verstärkt Partien aus anderen europäischen Herkunftsländern nachgefragt. Gleichzeitig sind die Schlachtschweinepreise in Polen zuletzt deutlich gestiegen. Dadurch haben sich die Absatzmöglichkeiten für Schweinefleisch innerhalb Europas verbessert und der Vermarktungsdruck auf dem deutschen Markt etwas verringert.
Auch am Ferkelmarkt scheint die Phase der stärksten Preisrückgänge zunächst überwunden. Mit der verbesserten Erlössituation am Schlachtschweinemarkt nimmt die Einstallbereitschaft der Mäster wieder leicht zu. Gleichzeitig steht dem Markt infolge der hitzebedingt geringeren Mastleistungen ein etwas höherer Bedarf an Ferkeln gegenüber. Die Nachfrage entwickelt sich damit freundlicher als noch in den vergangenen Wochen, auch wenn sie insgesamt weiterhin zurückhaltend bleibt.
Die wirtschaftliche Situation vieler Schweine- und Ferkelerzeuger bleibt dennoch angespannt. Trotz der jüngsten Preiserholung liegen die Erlöse vieler Betriebe weiterhin unter einem kostendeckenden Niveau. Vor allem Ferkelerzeuger stehen unverändert unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Viele Marktteilnehmer hoffen deshalb, dass sich die beginnende Marktbelebung nach dem Ende der Ferienzeit fortsetzt und die Nachfrage nach Schweinefleisch im Herbst weiter zunimmt.
Für die kommenden Wochen wird mit einer insgesamt freundlicheren Marktentwicklung gerechnet. Das begrenzte Angebot an Schlachtschweinen dürfte den Markt zunächst weiter stützen. Gleichzeitig verbessern sich die Absatzmöglichkeiten auf dem europäischen Markt. Sollte sich die Nachfrage nach Schweinefleisch nach dem Ende der Ferienzeit weiter beleben und die positive Entwicklung in den europäischen Nachbarländern anhalten, bestehen gute Chancen auf eine weitere Stabilisierung der Preise. Die jüngste Anhebung der VEZG-Preisempfehlung könnte damit den Beginn einer vorsichtigen Markterholung markieren.

© Moritz Bühler, LEL Schwäbisch Gmünd

www.agrarmaerkte-bw.de

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