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Stickstoffdünger unter Druck – Nachfrage verhalten
Ruhige Nachfrage und die Aussicht auf eine ausreichende Verfügbarkeit sorgt bei den Stickstoffdüngemitteln für sinkende
Preise in den letzten Wochen.
Mit dem Beginn des Irankriegs stiegen die Preise für Betriebsmittel und Dünger erneut sprunghaft an. Aus den Medien war zu
entnehmen wie bedeutend die Straße von Hormus für die globale Versorgung von Rohöl aber auch für die Versorgung von
Düngemitteln ist.
Für die Ernte welche nun gedroschen wird hatte dies nur bedingt Einfluss da der Dünger für die ersten Gaben im Getreide
meist schon eingekauft worden waren. Nun wird die Ernte 2026 bei uns im Süden Deutschlands geerntet und der Fokus liegt bereits auf
der nächsten Ernte. Im Spätsommer kaufen erfahrungsgemäß einige Betriebe einen Teil ihres Bedarfs für das
nächste Jahr ein. Aktuell zeigt sich dies auf dem Düngermarkt jedoch noch nicht in dem Umfang wie dies in den Vorjahren der Fall
war.
Europäische Hersteller gehen davon aus, dass sie an die Produktionsmengen der letzten Jahre anknüpfen können. Damit ist
anders als vor einigen Wochen erwartet wurde die Versorgung mit Düngemittel nicht das akute Problem. Problematisch hingegen sind die
derzeitigen Erzeugerpreise welche den Markt bremsen. Unsicherheit besteht damit derzeit nicht nur weil die Erntemengen noch nicht bekannt
sind, sondern weil ein Teil der Betriebe Liquiditätssorgen aufgrund der gestiegenen Kosten hat, weshalb der Düngereinkauf
teilweise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird.
Neben der verhaltenen Nachfrage werden sinkende Preise für Stickstoffdüngemitteln aber auch durch die Ankündigungen Chinas
Harnstoff auf den Markt zu bringen bestärkt. Durch die sinkenden Stickstoffpreise und der geopolitischen Unsicherheit sind
Händler als auch Landwirte zurückhaltend und hoffen auf weiteres nachgeben der Preise. Viele verschieben deshalb ihre
Kaufentscheidungen. Auch wenn die ruhige Nachfrage aufgrund der Getreidepreise preissenkend wirken bleibt abzuwarten ob sich der Markt
für Stickstoffdüngemittel drehen wird oder nicht. Einige Produktionsfaktoren zu Herstellung für Stickstoffdüngemittel
bleiben weiterhin auf einem hohem Preisniveau.
Bei den Phosphatdüngern hingegen werden derzeit keine nachgebenden Preise erwartet, Phosphatdünger zeigen sich hingegen weiterhin
stabil bis fester, auch weil am Weltmarkt andere Teilnehmer Ware zu höheren Preisen nachfragen.
©Frowin Brühl, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de
