Marktlage tierischer Bereich

Wie ist die aktuelle Marktlage bei Nutztieren und tierischen Produkten in Baden-Württemberg?
Hier finden Sie unseren aktuellen Marktblick und eine Zusammenfassung der Marktlage über die letzten 2 Monate aus unserem Newsletter vom Juli 2026.

Ferkel- und Schlachtschweinepreise nach dem 1.FlGDV

Schweine- und Ferkelmarkt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau

Nach den deutlichen Preisrückgängen der vergangenen Wochen zeichnet sich am deutschen Schlachtschweinemarkt Ende September zumindest eine gewisse Stabilisierung ab. Von einer Entspannung kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Angebot und Nachfrage nähern sich zwar wieder etwas an und die angebotenen Stückzahlen lassen sich inzwischen größtenteils vermarkten. Die Mengen bleiben jedoch umfangreich und mit den wieder steigenden Schlachtgewichten ist kurzfristig auch nicht mit einer deutlichen Angebotsverknappung zu rechnen.
Besonders ernüchternd ist, dass selbst der deutliche Preisrückgang um zuletzt 15 Cent keine spürbare Verbesserung der Marktlage bewirkt hat. Weder am Fleischmarkt noch bei der Aufnahmebereitschaft der Schlachtunternehmen ist infolge des niedrigeren Preisniveaus eine nachhaltige Belebung eingetreten. Vielmehr stellt sich die Situation teilweise sogar schwieriger dar als noch vor dem Preisabschlag. Die Schlachtunternehmen agieren weiterhin vorsichtig, die Kühllager sind gut gefüllt und die hohen Energiekosten belasten zusätzlich. Regional wird nach wie vor von einem zu umfangreichen Angebot berichtet. Der niedrigere Schweinepreis hat damit bislang vor allem das Erlösniveau der Erzeuger reduziert, ohne auf der Absatzseite den erhofften Impuls auszulösen. Die VEZG-Preisempfehlung wurde für den Zeitraum 01.10. bis 07.10. bei 1,45€/kg SG belassen.
Am Ferkelmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach den erheblichen Preisrückgängen der vergangenen Wochen haben sich die Geschäfte zuletzt zwar etwas beschleunigt, eine grundlegende Verbesserung ist aber auch hier ausgeblieben. Dem mittleren bis großen Angebot steht weiterhin eine verhaltene Einstallbereitschaft gegenüber. Regional bestehen nach wie vor Angebotsüberhänge. Der VEZG-Preis liegt aktuell 30,00 €/25 kg Ferkel, in BW liegt der Notierungspreis bei 33,20€/ 25kg Ferkel. Auf diesem inzwischen äußerst niedrigen Niveau erscheint ein weiterer Preisabschlag kaum zielführend, da selbst die bisherigen Rückgänge keine entsprechende zusätzliche Nachfrage ausgelöst haben.
Gerade für die Ferkelerzeuger ist diese Entwicklung problematisch. Die lange Phase niedriger Preise belastet die Betriebe inzwischen stärker als ursprünglich gedacht. Damit steigt der wirtschaftliche Druck insbesondere auf Betriebe, die ohnehin vor einem Generationswechsel, größeren Investitionen oder einem möglichen Ausstieg aus der Ferkelerzeugung stehen.
Für die kommenden Wochen ist deshalb allenfalls mit einer Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau zu rechnen. Weitere deutliche Preisabschläge stehen derzeit zwar weniger im Fokus, für eine Erholung fehlen jedoch die notwendigen Impulse. Entscheidend bleibt, ob sich der Fleischabsatz verbessert und die bestehenden Überhänge innerhalb Europas abgebaut werden können. Dass selbst die jüngsten deutlichen Preisrückgänge die Marktlage nicht verbessert haben, zeigt, dass das derzeitige Problem weniger auf der Preishöhe als vielmehr auf den vorhandenen Mengen und den begrenzten Absatzmöglichkeiten liegt. Ein Lichtblick für eine nachhaltige Erholung ist derzeit noch nicht absehbar.

© Frowin Brühl, LEL Schwäbisch Gmünd

www.agrarmaerkte-bw.de

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