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Unsicherheit am Markt durch Kriegsgeschehen
Der Iran-Krieg wirbelt den trägen Markt auf, jedoch weniger durch steigende Preise, sondern vielmehr durch steigende Kosten.
Der Getreidemarkt war und ist 25/26 geprägt von hohen Ernten, sowohl auf der Nordhalbkugel als auch auf der Südhalbkugel konnten
meist gute Ernten eingefahren werden. Nach defizitären Vorjahren zeigt sich durch die Erntemenge ein träger Markt mit
bärischen Preisen. Der „neue“ Krieg, der die Welt nun beeinflusst, kann nicht mit dem weiter anhaltenden Ukrainekonflikt
verglichen werden. Während die Schwarzmeer Region für eine gesicherte Weltversorgung mit günstigem Getreide sorgt ist die
Region rund um den Iran als Importeur auf dem Weltmarkt aktiv. Wie durch Medienberichte mittelweile bekannt, geht ein nicht zu
vernachlässigender Teil des global benötigten Rohöls durch die Straße von Hormus, welche derzeit durch den Iran
kontrolliert wird. Die stark steigenden Preise von Diesel und vielem mehr bekommen wir derzeit bereits zu spüren. Auch bei den
Düngemitteln werden die Preise in den kommenden Monaten steigen bzw. weiter auf hohem Niveau bleiben, da ca. ¼ des globalen
Harnstoffs durch die Straße von Hormus in die Welt verschifft wird. Schäden des Krieges an Infrastruktur, Gas- und Ölfeldern
sowie an den jeweiligen Fabriken werden selbst bei einem zeitnahen Ende der Kämpfe einige Zeit benötigen um zum Vorkriegsniveau
zurück zu kehren.
Während das Getreide nur geringen Aufwind erfährt sind die Kassapreise von Raps stärker gestiegen. Natürlich ist dies
der Einfluss des Rohöls. Dennoch stieg der Raps nicht so stark wie einige vermutet hatten, was mit der momentan guten globalen
Versorgungslage zusammenhängt, da dadurch immer noch Wettbewerb besteht. Für die neue Ernte sind in unserer Region die
Anbauentscheidungen bereits weitestgehend gefallen, abgesehen von der dezidierten Kulturführung, wie z. B. der Spätdüngung
zur Erzeugung von höheren Qualitätsstufen im Getreide. In anderen Regionen der Erde stehen für 26/27 diese Entscheidungen
teilweise noch aus, was durch die zu erwartenden Diesel- und Düngerpreisen weg von Mais und hin zu Sonnenblumen oder Soja geht. Dies
könnte zu geringen Preisen der Ölsaaten führen und unsere Rapspreise beeinflussen. Abzuwarten bleibt wie sich die
Energiepreise entwickeln werden.
©Frowin Brühl, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de
