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Trotz Unsicherheiten geht der Blick zur neuen Ernte
Während derzeit die Betriebe hauptsächlich Kostensorgen haben geht der Blick bereits auf die kommende Ernte.
Seit März treffen die ersten Ernteschätzungen für das Anbaujahr 26/27 ein, welches unsere momentan aufwachsende Ernte
betrifft. Nach einem Rekordjahr werden die Ernten 2026 geringer ausfallen als im Vorjahr, dies war jedoch schon früh klar. In Summe
ist dennoch von einer guten globalen Ernte auszugehen aus jetziger Sicht. Der IGC (Internationaler Getreiderat) schätzt die Erzeugung
von Grobgetreide um 60 Mio. t geringer ein als im Vorjahr, was einer 2,4 % geringeren Erzeugung entspricht. Der größte
Rückgang in der Erzeugung wird dabei mit einem Minus von 24 Mio. t (2,8 %) beim Weizen erwartet. In der EU werden von der
EU-Kommission ebenfalls eine geringere Erzeugung von Getreide erwartet, was ein Rückgang der Endbestände zur Folge haben wird.
Auch bei der Schätzung der EU-Kommission wird der Rückgang der Erzeugung für 26/27 beim Weizen am höchsten
eingeschätzt.
Der DRV geht in seiner aktuellen Schätzung vom April gleichermaßen von einer guten Ernte aus, gleichwohl diese um 3,1 % geringer
ausfallen wird als im Vorjahr. Der DRV geht auch wie viele andere Experten davon aus, dass die Verfügbarkeit von Düngern für
die Ernte 2026 nicht ausschlaggebend ist bzw. war, weshalb wie gewohnt das Wetter den größten Einfluss auf die zu erwartenden
Mengen und Qualitäten haben wird. Rechnerisch wird damit beim Getreide von einer gesicherten Versorgung ausgegangen.
Der Raps erlebt anders als das Getreide seit dem Irankrieg turbulente Zeiten. Durch die Anbindung an den Rohölpreis sind die
Pflanzenöle wie auch der Raps dem auf und ab des Rohölmarkts ausgesetzt. An der Euronext wird dies deutlich. Am Kassamarkt wirkte
sich dies ebenfalls durch höhere Preise aus. Für die neue Ernte wurde bereits kurz nach der Saat im Herbst von einem höheren
Flächenumfang in der EU sowie in Großbritannien berichtet. Dieser höhere Anbauumfang von knapp 5 % in Deutschland wird sich
aus jetziger Sicht jedoch nicht auswirken. Die geopolitische Lage bleibt abzuwarten da diese den aktuellen Rapspreis fest im Griff
hat.
Aufgrund der aktuellen Lage bleibt abzuwarten wie sich die geopolitische Lage, das Wetter und die Kosten entwickeln werden. Feste Aussagen
werden in dieser Zeit für alle Marktteilnehmer immer schwieriger.
©Frowin Brühl, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de
