Wie ist die Marktlage bei Rindern, Kühen und Jungbullen im September 2026 ?

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Schlachtrinder

Nach der teilweise schwächeren Marktentwicklung während der Sommermonate hat sich der deutsche Schlachtrindermarkt im September zunehmend stabilisiert. Ende des Monats präsentiert sich die Marktlage insgesamt ausgeglichen. Das verfügbare Angebot reicht aus, um den Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken, gleichzeitig können die vorhandenen Tiere überwiegend zügig vermarktet werden. Größere Angebotsüberhänge sind derzeit nicht zu beobachten. Das Preisniveau hat sich entsprechend gefestigt und bewegt sich im längerfristigen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau, auch wenn die Erzeugerpreise teilweise unter den außergewöhnlich hohen Vorjahreswerten liegen.
Unterstützung erhält der Schlachtrindermarkt durch eine gegenüber den Sommermonaten stabilere Nachfrage nach Rindfleisch. Während die Ferienzeit noch von einem vergleichsweise ruhigen Fleischgeschäft geprägt war, hat sich die Nachfrage im September wieder normalisiert. Gleichzeitig bleibt das Angebot an Schlachtrindern insgesamt überschaubar. Für den weiteren Herbst wird mit einer saisonüblichen Belebung des Rindfleischabsatzes gerechnet, wodurch sich die Vermarktungsmöglichkeiten weiter verbessern könnten.
Auch der Außenhandel wirkt sich auf die aktuelle Marktlage aus. Von Januar bis Juli 2026 wurden rund 0,23 Mio. t Rindfleisch nach Deutschland eingeführt und damit knapp 4 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Insbesondere die Lieferungen aus wichtigen EU-Herkunftsländern wie den Niederlanden und Polen gingen zurück. Gleichzeitig wurden die Einfuhren aus Drittstaaten zwar ausgeweitet, mengenmäßig spielen diese bislang jedoch eine deutlich geringere Rolle. Die deutschen Rindfleischexporte lagen im bisherigen Jahresverlauf dagegen über dem Vorjahresniveau.
Auf europäischer Ebene zeichnet sich nach dem langjährigen Rückgang der Rinderbestände erstmals eine gewisse Stabilisierung ab. Bei der Viehbestandszählung im Mai und Juni 2026 wurden in der Europäischen Union rund 73,4 Mio. Rinder erfasst. Dies entspricht einem leichten Anstieg um etwa 0,5 % gegenüber dem Vorjahr. Die Entwicklung unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen den Mitgliedstaaten. Während der Bestand in Frankreich nochmals um 1,0 % zurückging, wurden beispielsweise in Spanien mit +3,2 % und Irland mit +2,4 % wieder höhere Tierzahlen erfasst. Von einer grundlegenden Trendwende kann daher noch nicht gesprochen werden. Vielmehr scheinen sich die europäischen Rinderbestände nach dem deutlichen Abbau der vergangenen Jahre zunächst auf einem niedrigeren Niveau zu stabilisieren.
Für die kommenden Wochen sind die Aussichten insgesamt freundlich. Mit dem Übergang in die Herbstmonate dürfte sich die Nachfrage nach Rindfleisch saisonüblich beleben. Gleichzeitig ist nicht mit einer deutlichen Ausweitung des Schlachtrinderangebots zu rechnen. Damit stehen die Voraussetzungen für eine weiterhin ausgeglichene bis freundliche Marktentwicklung grundsätzlich gut. Nach der schwächeren Phase im Sommer hat sich der Schlachtrindermarkt somit zum Beginn des Herbstes gefestigt; für Oktober ist bei überschaubarem Angebot und einer voraussichtlich lebhafteren Rindfleischnachfrage mit einer stabilen bis leicht festeren Entwicklung zu rechnen.
Der Bio-Rindermarkt zeigt sich im September wieder stabiler, nachdem die Preise im August aufgrund zusätzlicher Vermarktungen infolge der knappen Futtersituation, insbesondere bei Kühen, deutlich unter Druck geraten waren. Nun mehren sich die Anzeichen für eine Gegenbewegung. Preisliche Unterstützung für den Bio-Rindermarkt kommt im September vom konventionellen Markt, wo die Preise für Rinder in den letzten Wochen gestiegen sind. Der Bio-Rindermarkt orientiert sich inzwischen stärker am konventionellen Markt als noch vor einigen Jahren.

Schlachtkühe

Nach der deutlich schwächeren Marktentwicklung im Juni und Juli hat sich der deutsche Schlachtkuhmarkt im September wieder stabilisiert. Zu Monatsbeginn bremste das noch ruhige Fleischgeschäft zwar die Nachfrage der Schlachtunternehmen, gleichzeitig fiel das Angebot jedoch deutlich überschaubarer aus als während der Sommermonate. Dadurch hielt sich der Preisdruck in Grenzen. Im weiteren Monatsverlauf pendelte sich die Marktlage zunehmend ein, die vorhande-nen Tiere konnten überwiegend problemlos vermarktet werden.
Damit hat sich insbesondere die Angebotslage gegenüber dem Sommer verändert. Im Juni und Juli hatten die saisonal höheren Stückzahlen sowie regional knapper werdende Futtervorräte infolge der Trockenheit zu einem verstärkten Aufkommen geführt. Dieser Angebotsdruck ist inzwischen weitgehend abgeklungen. Ende September halten sich Angebot und Nachfrage bei Schlachtkühen wieder weitgehend die Waage. Die VEZG-Preisempfehlungen blieben zuletzt entsprechend unverändert. Für Kühe der Handelsklasse O3 werden aktuell 5,00 €/kg Schlachtgewicht, für R3 5,20 €/kg und für P2 4,25 €/kg empfohlen.
Auch auf der Nachfrageseite hat sich die Situation gegenüber den Sommermonaten verbessert. Während der Ferienzeit hatten insbesondere das schwache Geschäft mit Verarbeitungsware und die geringere Nachfrage nach Hackfleisch die Vermarktung belastet. Mit dem Ende der Ferien hat sich das Fleischgeschäft wieder stabilisiert. Eine ausgeprägte Nachfragedynamik ist zwar weiterhin nicht zu beobachten, das derzeit überschaubare Angebot kann jedoch ohne größere Schwierigkeiten aufgenommen werden.
Unterstützend wirkt zudem das insgesamt begrenzte Rinderangebot. Die rückläufigen Rinderbestände der vergangenen Jahre wirken weiterhin nach, auch wenn sich auf europäischer Ebene inzwischen eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau abzeichnet. Gleichzeitig wurden von Januar bis Juli 2026 knapp 4 % weniger Rindfleisch nach Deutschland eingeführt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit fällt der Wettbewerbsdruck durch Ware aus anderen EU-Mitgliedstaaten geringer aus als noch im Vorjahr.
Für die kommenden Wochen sind die Aussichten insgesamt freundlich. Im Oktober dürfte sich die Nachfrage nach Rindfleisch saisonüblich weiter beleben. Gleichzeitig ist bei Schlachtkühen derzeit nicht mit einer deutlichen Ausweitung des Angebots zu rechnen. Nach dem erheblichen Preisdruck während der Sommermonate hat sich der Schlachtkuhmarkt damit wieder weitgehend stabilisiert. Bei einem weiterhin überschaubaren Angebot und einer saisonal anziehenden Rindfleischnachfrage sind für Oktober stabile bis leicht festere Preise zu erwarten.
Bio-Altkühe wurden aufgrund der Futterknappheit in den Sommermonaten vermehrt zum Verkauf gebracht und der Preis für Bio-Altkühe lag im August 2026 für die Kategorien E-P in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV bei 5,39 €/kg SG. Aufgrund des guten Bio-Milchpreises und der etwas entspannteren Futtersituation steigt der Preis seit Ende August wieder leicht an.

Jungbullen

Nach der weitgehend ausgeglichenen Marktlage wäh-rend der Sommermonate entwickelte sich der deutsche Jungbullenmarkt im September freundlicher. Das verfügbare Angebot fiel vielerorts knapp aus und reichte zeitweise nicht vollständig aus, um die stetige Nachfrage der Schlachtunternehmen zu decken. Entsprechend konnten die Erzeugerpreise im Monatsverlauf weiter anziehen. Regional zeigte sich die Vermarktung zwar teilweise ausgeglichen, im Bundesdurchschnitt über-wog jedoch ein eher knappes Angebot. Die vorhandenen Tiere ließen sich entsprechend zügig und ohne größere Vermarktungsprobleme absetzen.
Zum Monatsende hat sich die Situation wieder etwas ausgeglichener dargestellt. Regional fallen die angebotenen Stückzahlen sogar etwas kleiner aus als in der Vorwoche, reichen derzeit jedoch aus, um den bestehenden Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Forderungen nach weiteren Preisaufschlägen lassen sich deshalb aktuell nur vereinzelt durchsetzen. Insgesamt dominieren Ende September stabile Preisentwicklungen. Die VEZG-Preisempfehlung für Jungbullen der Handelsklasse R3 liegt aktuell unverändert bei 6,25 €/kg Schlachtgewicht, für Tiere der Handelsklasse O3 bei 6,07 €/kg.
Unterstützt wurde die Entwicklung im September durch eine gegenüber den Sommermonaten stabilere Nachfrage nach Rindfleisch. Mit dem Ende der Ferienzeit normalisierte sich das Fleischgeschäft wieder. Gleichzeitig blieb das Angebot an Jungbullen überschaubar, sodass die vorhandenen Mengen ohne Schwierigkeiten aufgenommen werden konnten. Auch der Außenhandel trägt zur Vermarktung bei. Die deutschen Rindfleischexporte liegen im bisherigen Jahresverlauf über dem Vorjahresniveau, während gleichzeitig weniger Rindfleisch aus anderen EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland eingeführt wurde.
Trotz der festeren Entwicklung im September ist das Preisniveau differenziert zu betrachten. Die Jungbullenerlöse bewegen sich im längerfristigen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau, unterschreiten jedoch bereits seit Ende April kontinuierlich die außergewöhnlich hohen Werte des Vorjahres. Entscheidend für die aktuelle Marktstabilität bleibt vor allem das begrenzte Angebot. Eine deutliche Ausweitung der verfügbaren Stückzahlen zeichnet sich derzeit nicht ab.
Für die kommenden Wochen sind die Aussichten daher weiterhin freundlich. Im Oktober dürfte sich die Nachfrage nach Rindfleisch saisonüblich beleben, während gleichzeitig nicht mit einem umfangreichen Jungbullenangebot gerechnet wird. Nach den Preissteigerungen im September dürfte sich der Markt damit zunächst auf dem erreichten Niveau stabilisieren. Bei einer anziehenden Herbstnachfrage und weiterhin überschaubaren Stückzahlen sind im weiteren Verlauf auch wieder leicht festere Erlöse möglich.
Das Angebot an Bio-Jungbullen blieb in den vergange-nen Wochen gering und die Nachfrage nach Bio-Rindfleisch hat sich nach der Ferienzeit wieder belebt. Die BLE veröffentlichte für August 2026 für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV einen Durchschnittspreis für Bio-Jungbullen von 6,75 €/kg SG.