Schlachtfärsen
Der Markt für Schlachtfärsen entwickelte sich im September weiterhin ruhig und insgesamt ausgeglichen. Das
verfügbare Angebot fiel über weite Strecken überschaubar aus und konnte problemlos vermarktet werden. Gegen Ende des Monats
nahmen die Stückzahlen regional zwar etwas zu, größere Angebotsüberhänge entstanden daraus jedoch nicht. Die
Schlachtunternehmen können ihren Bedarf derzeit ausreichend decken, sodass sich Angebot und Nachfrage weitgehend die Waage
halten.
Gegenüber den Sommermonaten hat sich insbesondere die Nachfrageseite stabilisiert. Während der Ferienzeit hatte das ruhige
Fleischgeschäft die Aufnahmebereitschaft der Schlachtunternehmen noch begrenzt. Mit dem Ende der Urlaubszeit normalisierte sich die
Nachfrage nach Rindfleisch wieder. Gleichzeitig blieb das Angebot an Schlachtfärsen insgesamt begrenzt, sodass die vorhandenen Tiere
kontinuierlich abfließen konnten. Zuletzt verbesserte sich auch die Vermarktung von Tieren aus höheren Haltungsformen, die wieder
etwas zügiger nachgefragt werden.
Trotz der zuletzt etwas größeren Stückzahlen besteht aktuell kein nennenswerter Preisdruck. Die VEZG-Preisempfehlung
für Schlachtfärsen wurde Ende September erneut unverändert fortgeschrieben. Für Tiere der Handelsklasse O3 werden
aktuell 5,05 €/kg Schlachtgewicht, für R3 6,20 €/kg empfohlen. Damit zeigt sich der Färsenmarkt weiterhin
vergleichsweise stabil.
Unterstützend wirkt das insgesamt begrenzte Rinderangebot. Die rückläufigen Rinderbestände der vergangenen Jahre wirken
weiterhin nach, auch wenn sich auf europäischer Ebene inzwischen eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau abzeichnet. Gleichzeitig
hat sich der Rindfleischabsatz gegenüber der schwächeren Ferienzeit stabilisiert. Die Kombination aus einem überschaubaren
Angebot und einer ausreichenden Nachfrage verhindert derzeit größere Preisschwankungen.
Für die kommenden Wochen ist mit einer Fortsetzung der ausgeglichenen Marktlage zu rechnen. Mit dem Übergang in die Herbstmonate
dürfte sich die Nachfrage nach Rindfleisch saisonüblich etwas beleben. Sollte das Angebot an Schlachtfärsen weiterhin
überschaubar bleiben, dürfte dies die Preise zusätzlich stützen. Nach der stabilen Entwicklung im September sind
für Oktober daher überwiegend unveränderte bis leicht festere Marktverhältnisse zu erwarten.
Der Preis für Bio-Färsen gab nach, so erzielten Bio-Färsen im August 2026 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und
Hessen nach der 1. FLGDV für die Kategorien E-P einen Preis von 6,27 €/kg SG.
Schlachtkälber
Nach der schwächeren Entwicklung in den Sommer-monaten hat sich der deutsche Kälbermarkt im September deutlich
erholt. Das Angebot an Nutzkälbern fällt insgesamt überschaubar bis knapp aus und trifft inzwischen wieder auf eine lebhafte
Nachfrage der Mäster. Unterstützt wird die Entwicklung durch die gefestigte Situation am Schlachtrindermarkt. Die
Einstallbereitschaft hat sich entsprechend verbessert, sodass die Auszahlungspreise ihre zwischenzeitliche Talsohle überwunden haben
und zuletzt wieder anzogen.
Am Markt für schwarzbunte Nutzkälber zeigt sich die Situation stabil bis freundlich. Dem überschaubaren bis knappen Angebot
steht eine rege Nachfrage gegenüber. Zusätzliche Impulse kommen aus dem Export nach Südeuropa sowie durch den Beginn der
Einstall-periode für das Ostergeschäft. Gleichzeitig bleiben die Qualitätsunterschiede deutlich ausgeprägt.
Frohwüchsige und gut mastfähige Kälber sowie gefragte Kreuzungstiere erzielen entsprechende Aufpreise, während leichte
und schwächere Qualitäten weiterhin unter Preisdruck stehen. Die rückläufige Zahl an Milchviehbetrieben begrenzt das
verfügbare Kälberangebot zusätzlich.
Noch deutlicher fällt die Erholung bei den männlichen Fleckviehkälbern aus. Nach einer kurzen Schwächephase zu
Monatsbeginn hat sich die Nachfrage der Mäster im September spürbar belebt. Das vorhandene Angebot fällt gleichzeitig knapp
bis überschaubar aus und reicht teilweise nicht aus, um das Kaufinteresse vollständig zu bedienen. In der Folge konnten sich die
Erzeugerpreise wieder deutlich befestigen. Die zu Monatsbeginn noch vorhandenen Schwierigkeiten, unter anderem im Zusammenhang mit der
BTV-8-Testbereitschaft, rückten im weiteren Monatsverlauf zunehmend in den Hintergrund.
Damit hat sich die Marktlage gegenüber Juni und Juli grundlegend verbessert. Während damals sinkende Schlachtrindererlöse
und eine zurückhaltendere Einstallbereitschaft die Kälberpreise belasteten, sorgen inzwischen das begrenzte Angebot und die
wieder höhere Nachfrage für Unterstützung. Der deutsche Nutzkälbermarkt präsentiert sich Ende September insgesamt
freundlich, wobei die Vermarktung guter Qualitäten besonders zügig verläuft.
Für Oktober sind die Aussichten weiterhin positiv. Bei den schwarzbunten Nutzkälbern dürfte das knappe Angebot auf eine
anhaltend hohe Nachfrage treffen, sodass mit weiter anziehenden Erzeugerpreisen gerechnet wird. Auch bei Fleckviehkälbern dürfte
sich die feste Entwicklung zunächst fortsetzen. Nach der Schwächephase im Sommer hat der Kälbermarkt damit deutlich gedreht.
Das begrenzte Angebot in Verbindung mit einer lebhaften Einstallnachfrage spricht für eine Fortsetzung der freundlichen
Preisentwicklung im Oktober.