Schlachtfärsen
Das Angebot blieb weiterhin begrenzt und traf auf eine saisonbedingt verhaltene Nachfrage der Schlachtunternehmen. Die
vorhandenen Tiere konnten überwiegend problemlos vermarktet werden, sodass sich die Preisentwicklung deutlich stabiler zeigte als am
Schlachtkuhmarkt.
Belastend wirkte sich auch bei den Schlachtfärsen das insgesamt ruhige Fleischgeschäft aus. Während der Sommerferien blieb
die Nachfrage nach Rindfleisch im Lebensmitteleinzelhandel sowie in der Gastronomie verhalten. Die Schlachtunternehmen beschränkten
sich überwiegend auf den kurzfristigen Bedarf und agierten entsprechend vorsichtig bei der Aufnahme von Tieren. Da gleichzeitig jedoch
nur wenige Schlachtfärsen angeboten wurden, blieb der Markt insgesamt ausgeglichen.
Im Gegensatz zum Schlachtkuhmarkt kam es bei den Schlachtfärsen zu keiner ausgeprägten Angebotsausweitung. Das begrenzte Angebot
verhinderte größere Preisrückgänge und sorgte dafür, dass sich die Notierungen trotz des schwachen
Fleischgeschäfts vergleichsweise stabil entwickelten. Insgesamt verlief die Vermarktung kontinuierlich und ohne nennenswerte
Absatzprobleme.
Für die kommenden Wochen rechnen Marktteilnehmer zunächst mit einer Fortsetzung der ruhigen Marktentwicklung. Bis zum Ende der
Sommerferien dürfte die Nachfrage verhalten bleiben. Mit einer Belebung des Fleischgeschäfts und entsprechenden Impulsen für
den Schlachtfärsenmarkt wird erst im Verlauf des Septembers gerechnet. Langfristig bleibt das begrenzte Angebot an Schlachtfärsen
ein wichtiger preisstützender Faktor.
Bio-Färsen erzielten im Juni 2026 in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen nach der 1. FLGDV für die Kategorien E-P
einen Preis von 6,94 €/kg SG, womit er sechs Cent unter dem Preis des Vormonats lag.
Schlachtkälber
Ausschlaggebend hierfür waren die rückläufigen Erlöse am Schlachtrindermarkt sowie die angespannte
Wirtschaftlichkeit in der Rindermast. Die Einstallbereitschaft der Mäster blieb zwar grundsätzlich bestehen, entwickelte sich
jedoch zunehmend verhaltener. Hohe Einkaufspreise für Kälber standen sinkenden Erlösen bei Schlachtrindern gegenüber,
wodurch die Zahlungsbereitschaft der Käufer spürbar nachließ.
Am Markt für schwarzbunte Nutzkälber traf ein insgesamt normales bis überschaubares Angebot auf eine verhaltene bis
bedarfsgerechte Nachfrage. Im Verlauf des Berichtszeitraums verstärkte sich der Preisdruck. Besonders Tiere mittlerer und geringerer
Qualität mussten deutliche Preisabschläge hinnehmen, während qualitativ hochwertige und mastfähige Kälber
weiterhin vergleichsweise gut vermarktet werden konnten. Die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Qualitäten nahmen damit wieder
zu. Regional sorgten zudem vereinzelte Fälle der Blauzungenkrankheit für zusätzliche Unsicherheit im Handel.
Auch der Markt für männliche Fleckviehkälber entwickelte sich schwächer. Ein kleines bis mittleres Angebot traf auf ein
rückläufiges Kaufinteresse der Mäster. Zwar bestand weiterhin grundsätzlich Einstallbereitschaft, diese war jedoch
zunehmend an niedrigere Einkaufspreise geknüpft. In der Folge gaben auch die Auszahlungspreise für Fleckviehkälber im
Verlauf von Juni und Juli spürbar nach.
Insgesamt blieb die Entwicklung am Kälbermarkt eng an die Situation am Schlachtrindermarkt gekoppelt. Die saisonal schwache Nachfrage
nach Rindfleisch und die rückläufigen Erlöse für Schlachtrinder begrenzten die Wirtschaftlichkeit der Mast und
dämpften damit die Nachfrage nach Nutzkälbern. Solange sich die Erlössituation am Schlachtrindermarkt nicht verbessert,
rechnen Marktteilnehmer auch am Kälbermarkt zunächst mit einer verhaltenen Entwicklung. Erste Impulse werden frühestens mit
einer Belebung des Fleischgeschäfts nach dem Ende der Sommerferien erwartet.