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    Marktlage Pflanzlicher Bereich

Marktblick KW 32 und Marktlage vom 31.07.2022

  • KW 32/22

    Rapskurse nach Abwärtstrend wieder seitwärts

    Wie kaum anders zu erwarten gerieten die Rapskurse kurz vor der Ernte unter Druck. Während der Novembertermin NOV22 an der Euronext Mitte Mai noch oberhalb von 860 €/t stand, notiert er aktuell um 660 €/t. Seit Ende Juni bewegt sich der Kurs, zwar stark schwankend, seitwärts in einem Band zwischen 620 bis 700 €/t. Am Kassamarkt werden in Süddeutschland für den neuen Raps Gebote um 630 €/t ausgerufen, im Norden sind es etwa 10 bis 15 €/t mehr. Die Nachrichten im Markt sorgen derzeit für keine klare Orientierung der Rapskurse und -preise. 
    Die eher preissenkenden Signale sind: Nach den Augustzahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) soll die Welt-Rapsernte mit 80,2 Mio.t so hoch ausfallen wie nie zuvor. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung Ende Juli von einer Rapsernte um 17 Mio.t in den Mitgliedstaaten aus, das sind knapp +6 % gegenüber dem Vorjahr. Und in Deutschland ist die Rapsernte nach Einschätzung des DBV (Deutscher Bauernverband) von Anfang August mit 3,96 Mio.t (+13 % zum Vorjahr) überraschend positiv ausgefallen. Druck auf die Rapskurse übt auch die Abwärtsbewegung der Rohölkurse aus. Das hat Auswirkung auf die Rapsölpreise, die seit Anfang Juni rund 25% verloren haben.
    Die eher preistreibenden Signale sind: Die Nachfrage nach Raps durch die Ölmühlen ist lebhaft. Auch die Rapsschrotkurse zeigen sich fest, derzeit eher mit leicht steigender Tendenz. Dafür sorgt nicht zuletzt die Niedrigwassersituation auf den Flüssen. Kleinwasser hat die Schiffstransporte nahezu verdreifacht. Stützend wirken die festen Kurse bei Sojaschrot und –bohnen in den USA. Dort sorgt man sich aufgrund der Trockenheit um die Bestände. Und nicht zuletzt der mit 1,02 US-Dollar je Euro notierende schwache Kurs des Euro verteuert Importe und stützt damit die Rapskurse.
    Zu hoffen bleibt, dass zumindest ein Teil der neuen Ernte schon im Frühjahr vermarktet wurde. Aber richtig schlecht sind Preise bei 63 €/dt nun wirklich auch nicht. Dennoch kann man derzeit durchaus auch darüber nachdenken, noch nicht vermarktete Ware einzulagern. Eine alte Regel des Risikomanagements lautet. Einen Teil vor, einen Teil in und einen Teil nach der Ernte vermarkten. Das könnte im aktuellen Jahr durchaus eine erfolgreiche Strategie sein.

    © Schmidt, LEL Schwäbisch Gmünd
    www.agrarmaerkte-bw.de

  • Welt

    Nach mehreren aufeinander folgenden Jahren mit überwiegend positiven Bilanzen (Ausnahme 2018/19) waren die Welt-Getreideendbestände zum 30.06.2020 auf ein solides Niveau von rund 636 Mio.t angewachsen. Die Welt-Getreidebilanz 2020/21 fiel hingegen nach einer anfänglichen Überschussprognose deutlich ins Negative und zeigte sich zum Abschluss des Wirtschaftsjahres am 30.06.2021 mit einem Bestandsabbau von rund 22 Mio.t auf rund 614 Mio.t defizitär. Das vor Kurzem zu Ende gegangene Getreidewirtschaftsjahr 2021/22 soll nach den Julizahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) hingegen mit einem Plus von rund 4 Mio. gut ausgeglichen geendet haben. In der dritten Einschätzung des am 1.Juli neu begonnenen Getreidejahres 2022/23 zeigt sich hingegen von Anfang an ein deutliches Defizit. Die Erzeugung taxiert das USDA auf 2.249 Mio. t, rund 35 Mio.t weniger als im Vorjahr. Der Verbrauch soll mit 2.253 Mio. t über der Produktion liegen. Die Endbestände werden mit rund 605 Mio.t deutlich rückläufig gesehen. Hauptgrund für das schwächere Ergebnis ist die durch den Krieg bedingte rückläufige Getreideproduktion in der Ukraine (minus 35 Mio.t). Aber auch die europäische Ernte fällt, bedingt durch starke Sommertrockenheit in ganz Europa, deutlich schwächer aus als ursprünglich gehofft. Hinzu kommt aktuell, dass auch im Corn-Belt in den USA derzeit Trockenheit herrscht, so dass die Marktakteure zwischenzeitlich um eine solide Welt-Versorgung bangen. In Bezug auf den diesjährigen Getreideexport aus der Schwarzmeerregion hatte sich ein gewisser Optimismus eingestellt, nachdem erste erfolgreiche Gespräche andeuteten, dass Getreide über das Schwarze Meer verschifft werden könnte. Allerdings lässt so manche Kriegshandlung wie der Angriff des Hafens von Odessa durch die russische Armee immer wieder Zweifel aufkommen, ob die getroffenen Vereinbarungen auch tragen.

  • Europa

    Im Bericht Ende Juli 2022 taxierte die EU-Kommission die Getreideernte 2021/22 der EU-27 auf 293,8 Mio. t, der Binnenverbrauch lag unverändert bei 260,5 Mio. t. Das Ergebnis der vorjährigen Ernte war damit zufriedenstellend, die Endbestände konnten zum 30.06.2022 auf rund 49,4 Mio.t zulegen. In Bezug auf die aktuell gestartete Saison 2022/23 mit Ernte im Sommer 2022 trüben sich die Nachrichten jedoch zunehmend ein. War man im März noch davon ausgegangen, dass die EU im Jahr 2022 eine Getreideernte von 297,7 Mio.t einfahren könnte, hat zwischenzeitlich die europaweite Sommertrockenheit einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Die Julischätzung spricht nur noch von einer Getreideernte von 278,5 Mio.t. Weniger Weizen (minus 8 Mio.t), Mais (minus 9 Mio.t) und Gerste (minus 2 Mio.t) sind die Ursache. Als Folge wird es weniger Exporte (52,5 Mio.t; minus 2) und deutlich höhere Maisimporte (16,5 Mio.t; plus 7,5) gegenüber der Märzschätzung geben. Hinzu kommt ein Rückgang der Endbestände auf 39,6 Mio.t.

  • Deutschland

    Die deutsche Getreideernte 2021 wird vom Statistischen Bundesamt auf 42,36 Mio.t geschätzt. Es handelt sich dabei um die dritt schwächste Ernte im Rückblick der letzten 20 Jahre. Nur die Ernten in den Trockenjahren 2003 und 2018 waren noch schwächer ausgefallen. Die Getreidefläche war 2021 mit nur 6,05 Mio.ha auf das kleinste Maß im Rückblick des 20-Jahreszeitraums geschrumpft. Der Ertrag hingegen lag mit 70,0 dt/ha leicht über dem Durchschnitt der zurückliegenden 5 Jahre (69,1). Die Saison 2021 war geprägt von nasskalter Witterung während des ganzen Sommers. Ganz anders die Witterung zur neue Ernte 2022. Deutschlandweite Sommertrockenheit schürt Befürchtungen, dass die diesjährige Ernte in Menge und Qualität noch schwächer ausfallen könnte als im Vorjahr. Zwar schätzte der DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) die Erntemenge in der Julischätzung bei einer Anbaufläche von 6,08 Mio.ha noch auf 43,17 Mio.t. Heute, 14 Tage nach dieser Schätzung, hat sich die Situation aber noch deutlich verschlechtert. Vor allem im Osten Deutschlands vertrocknen die Bestände bereits. Inzwischen leidet auch der Körnermais so stark, dass Mindererträge oder gar Ausfälle befürchtet werden. Experten gehen davon aus, dass die bislang genannten Zahlen zur Ernte 2022 in Deutschland nochmals nach unten korrigiert werden müssen.


  • Weizen

    Die Weizenbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 779 Mio.t zum dritten Mal in Folge defizitär. Die Bestände fielen um 11,5 Mio.t auf 280 Mio.t zurück. In Europa hingegen wurde mit 137,9 Mio.t in der Ernte 2021 ein überdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 132,3) eingefahren. Die deutsche Weizenernte lag mit 21,5 Mio.t, entgegen dem europäischen Trend, unter dem 5-Jahresmittel von 22,9 Mio.t. Brotweizen erzielte in der Saison 2021/22 ex-Ernte Erzeugerpreise um 19 bis 20 €/dt. Unter dem Eindruck der weltzweit engen Versorgung folgten die Weizenpreise den bullischen Entwicklungen der Weizenkurse an den Terminbörsen. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 27,- €/dt für Brotweizen erzielt werden. Der Abstand zum Futterweizen betrug rund plus 2,- €/dt. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen kostete Brotweizen frei Erfasser 37 bis 39,- €/dt. Mit Blick auf die neue Ernte 2022 gaben die Preise wieder nach. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 29,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen. Für Qualitätsweizen kann ein Aufschlag von rund 1,50 €/dt, für E-Weizen sogar 3,- €/dt realisiert werden. Auslöser für den Preisrückgang war v.a. der Erntedruck. Mit Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt sich folgendes festhalten. Die weltweite Erntemenge an Weizen fällt mit 772 Mio.t erneut schwach aus. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission gerade mal 123,9 Mio.t Weizen. In Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 22,3 Mio.t werden. Ob dieses Ergebnis allerdings tatsächlich erzielt werden kann ist fraglich. Betrachtet man die fundamentalen Daten, so besteht für die Weizenpreise auch in dieser Saison noch Luft nach oben.

  • Terminmarkt Weizen

    Bereits in der Saison 2020/21 machte sich der Rohstoffhunger Chinas an den Getreidemärkten bemerkbar. Chinas Getreideimport schnellte in der Saison 2020/21 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 Mio.t auf rund 56,5 Mio.t nach oben. Mit der Folge, dass der MAI21-Kontrakt für Weizen an der Euronext in Paris (ehemals MATIF) Ende April 2021 bei 257,75 €/t notierte. Zwar folgte im Vorfeld der Ernte 2021 eine moderate Konsolidierungsphase. Angesichts optimistischer Erwartungen pendelten die Kurse im Juli 2021 auf neue Ernte um 200,- €/t. Die stufenweise Rücknahme der Erwartungen weltweit durch Organisationen wie das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) oder den IGC (Internationaler Getreiderat, London) drehte die Kursentwicklungen jedoch wieder auf bullish. Am 25. November schloss der MAI22 in Paris in einem Hoch bei 306,50 €/t. Über den Jahreswechsel befanden sich die Kurse erneut in einer Konsolidierungsphase und verloren gegenüber der Spitze 10 bis 15%. Mitte Februar, vor Beginn des Ukrainekonflikts, wurden Kurse für MAI22 um 265 €/t notiert. Nach Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine schnellten die Kurse, getrieben von einer außerordentlichen Angst um die weltweite Verfügbarkeit von Weizenexporten, binnen Tagen an der Euronext auf Werte knapp unter 400 €/t hoch. Der MAI22 schloss am bei 397,50 €/t. Neue Ernte (SEP22) notierte in der Spitze Mitte Mai 2022 bei 440 €/t. Auf dem Weg zur Ernte fielen jedoch die Kurse. Derzeit pendelt der SEP22 in einem Band zwischen 330 bis 350,- €/dt. Aufgrund der Trockenheit in Europa und auch im Corn-Belt der USA legten die Weizenkurse an der CBoT (Chicago Board of Trade) in den letzten Tagen zu. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch an der Euronext in Paris in Kürze zu erkennen ist.

  • Roggen

    Die weltweite Roggenernte in der Saison 2021/22 beziffert das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit 12,5 Mio.t als marginal defizitär. Die Bestände fielen um 0,1 Mio.t auf 1,1 Mio.t zurück. In Europa, der bedeutendsten Region für den Roggenanbau, wurde mit 7,8 Mio.t in der Ernte 2021 ein knapp überdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 7,6) eingefahren. Die deutsche Roggenernte lag mit 3,33 Mio.t, parallel zum europäischen Trend, ebenfalls leicht überdurchschnittlich (5-Jahresmittel: 2,97 Mio.t). Qualitativ präsentierte sich die Ernte trotz nasskalter Witterung im Sommer 2021 sowie erschwerter Druschbedingungen als durchschnittlich gut. Lediglich das Hektolitergewicht ließ gelegentlich zu wünschen übrig. Brotroggen erzielte in der Saison 2021/22 ex-Ernte Erzeugerpreise um 16,50 bis 17 €/dt. Unter dem Eindruck der weltweit engen Getreideversorgung folgten die Roggenpreise den bullischen Entwicklungen der Getreidekurse an den Terminbörsen. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 23,- €/dt für Brotroggen erzielt werden. Der Abstand zum Brotweizen betrug rund minus 3,- €/dt. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen kostete Brotweizen frei Erfasser 32 bis 33,- €/dt. Mit Blick auf die neue Ernte 2022 gaben die Preise wieder nach, allerdings etwas weniger als beim Weizen. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 28,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen. Das ist nur noch minus 1 €/dt Abstand zum Brotweizen. Auslöser für den Preisrückgang war v.a. der Erntedruck. Mit Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt sich folgendes festhalten. Die weltweite Erntemenge an Roggen fällt mit 12,2 Mio.t nochmals schwächer aus als im Vorjahr. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission nur noch 7,5 Mio.t Roggen. In Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 3,14 Mio.t werden. Ob dieses Ergebnis allerdings tatsächlich erzielt werden kann ist noch fraglich. Betrachtet man die fundamentalen Daten, so besteht für die Roggenpreise auch in dieser Saison noch Luft nach oben.

  • Raps

    Die Welt-Rapsbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 72,1 Mio.t zum dritten Mal in Folge defizitär. Die Bestände fielen um 1,4 Mio.t auf 4,6 Mio.t zurück. Auch europäisch wurde mit 17,0 Mio.t nur ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 17,2) eingefahren. Gleiches galt für die deutsche Rapsernte. Sie lag mit 3,5 Mio.t ebenfalls knapp unter dem 5-Jahresmittel von 3,8 Mio.t. Raps erzielte in der Saison 2021/22 zunächst ex-Ernte Erzeugerpreise um 50 bis 52,- €/dt. Unter dem Eindruck der besonders engen Versorgung weltweit, v.a. bedingt durch den trockenheitsbedingten Ernteeinbruch beim weltweit größten Rapserzeuger und -exporteur Kanada, stiegen die Erzeugerpreise im 3. und 4. Quartal rasch an. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 70,- €/dt erzielt werden. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreide- und Ölsaatenmärkte. Binnen weniger Wochen konnte Raps Erzeugerpreise um 90 bis 93 -€/dt frei Erfasser erzielen. Mit Blick auf die neue Ernte 2022, der eine überschüssige Welt-Ölsaatenbilanz und eine positive Rapsbilanz verspricht, gaben die Preise deutlich nach. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 63,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen. Ein Blick auf das neue Ölsaatenjahr 2022/23 lässt folgendes erkennen. Die weltweite Erntemenge an Raps fällt voraussichtlich mit 80,2 Mio.t erheblich besser aus als im Vorjahr. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission rund 18,0 Mio.t Raps (5-Jahresmittel: 17,2). In Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 3,78 Mio.t werden. Geprägt wird die aktuelle Preisentwicklung allerdings, trotz solider fundamentaler Daten, durch die Wettermärkte. Trockenheit in Europa und im Sojagürtel der USA lassen Befürchtungen aufkommen, dass die derzeit im Raum stehenden Zahlen möglicherweise am Ende nicht erreicht werden können.

  • Terminmarkt Raps

    Die Rapsnotierungen an der EURONEXT (ehem. MATIF) in Paris legten in der Saison 2020/21 einen so vom Markt nicht erwarteten Höhenflug hin. Gestartet in der Ernte 2020 mit Kursen um 370 €/t für den vorderen Termin notierte Raps Ende April 2021 bei über 600,- €/t. In der Spitze erreichte der MAI21 kurzzeitig sogar ein Allzeithoch um 680,- €/t. Zu Erntebeginn 2021 machte sich die Hoffnung auf eine gute Ernte in D und der EU-27, aber auch eine vom USDA als ausgeglichen prognostiziert Welt-Rapsbilanz, im Markt bemerkbar. Der vordere Termin AUG21 fiel Anfang Juli auf ein Tief bei 480 €/t. Schnell wurde aber klar, dass eine außergewöhnliche Trockenheit in Kanada alle Hoffnungen auf ein entspanntes Rapsjahr trüben würde. Ab Ende Juli 2021 kannten die Rapskurse an der Euronext in Paris (vormals MATIF) nur noch eine Richtung – den Weg nach oben. In einer Spitze notierte der MAI22 Anfang Januar 2022 bei 758,50 €/t. Im Januar und Februar war eine leichte Beruhigung im Markt zu verspüren, da mehr und mehr klar wurde, dass Australien eine Spitzenernte einfahren würde. Mitte Februar war der MAI22 bei Kursen um 680 €/t angelangt. Mit Beginn der Ukrainekrise und dem Einmarsch der russischen Armee am 24. Februar drehten die Rapskurse wieder nach Norden. Am 22. April notierte der MAI22 in der Spitze über 1.080,- €/t und schloss zu Monatsende bei knapp 1.000 €/t. Neue Ernte (z.B.: AUG22) wurde schon im Mai 2022 deutlich darunter bewertet und notierte Ende des Monats bei rund 880 €/t. In Richtung Ernte waren die Rapskurse deutlich rückläufig, am 21.Juli 2022 notierte der AUG22 noch knapp über 620 €/t. Die Wettermärkte, insbesondere die Trockenheit in Europa und in den USA drehten die Kursentwicklung wieder nach Norden. Aktuell notiert der AUG22 an der Euronext bei knapp unter 690 €/t.

  • Mais

    Die Maisbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 1.218 Mio.t nach drei defizitären Jahren erstmals wieder positiv. Die Bestände stiegen um 19 Mio.t auf 312 Mio.t an. Auch europäisch wurde mit 72,7 Mio.t das beste Ergebnis im Rückblick der letzten 5 Jahre erzielt (Ø 5 Jahre: 68,9). Deutschlandweit lag die Körnermaisernte 2021 mit 4,46 Mio.t ebenfalls deutlich überdurchschnittlich (Ø 5 Jahre: 3,92) auf Rang 2 der letzten 5 Jahre. Nur 2017 gab es noch mehr Körnermais (4,55). Körnermais erzielte in der Saison 2021/22 ex-Ernte Erzeugerpreise um 22 bis 23,- €/dt. Trotz des Eindrucks einer insgesamt engen Getreideversorgung folgten die Preise im 4. Quartal nur moderat den bullischen Entwicklungen der Getreidekurse an den Börsen. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten Erzeugerpreise um 24,- €/dt erzielt werden. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich allerdings die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen kostete Körnermais frei Erfasser rund 35,-€/dt. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 29,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen. Der Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt folgendes erkennen. Die weltweite Erntemenge an Körnermais fällt mit 1.186 Mio.t deutlich schwächer aus als im Vorjahr und ist gerade so bedarfsdeckend. Die Endbestände verharren praktisch unverändert bei 313 Mio.t. In Europa jedoch erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission eine außerordentlich schwache Körnermaisernte aufgrund der massiven Schäden durch die Sommertrockenheit. Nur noch 65,8 Mio.t Mais sollen es werden. Im März lagen die Erwartungen noch bei optimistischen 74 Mio.t. In Deutschland sollen es nach der Julischätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 4,07 Mio.t werden. Ob diese Zahl angesichts der andauernden Trockenheit zu halten ist, ist aber eher fraglich. Betrachtet man die fundamentalen Daten, so besteht für die Körnermaispreise in dieser Saison noch durchaus Luft nach oben.

  • Futtergerste

    Die Gerstenbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 145 Mio.t leicht defizitär. Die Bestände fielen um 3,5 Mio.t auf 16,8 Mio.t zurück. Auch europäisch wurde mit 52,0 Mio.t nur ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 52,3) eingefahren. Gleiches galt für die deutsche Gerstenernte. Sie lag mit 10,4 Mio.t knapp unter dem 5-Jahresmittel von 10,7 Mio.t. Futtergerste erzielte in der Saison 2021/22 ex-Ernte Erzeugerpreise um 16,- €/dt. Unter dem Eindruck einer engen Versorgung folgten die Gerstenpreise den bullischen Entwicklungen der Getreidekurse an den Börsen. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 23,- €/dt erzielt werden. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen kostete Futtergerste frei Erfasser gut 33,-€/dt. Erst mit Blick auf die neue Ernte 2022 gaben die Preise wieder leicht nach. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 24,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen. Auslöser für den Preisrückgang war v.a. der Erntedruck. Mit Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt sich folgendes festhalten. Die weltweite Erntemenge an Gerste fällt mit 145,5 Mio.t erneut schwach aus. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission gerade mal 51,5 Mio.t Gerste. Und auch in Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) nur 10,7 Mio.t werden. Betrachtet man die fundamentalen Daten, so besteht für die Gerstenpreise auch in dieser Saison noch durchaus Luft nach oben.

  • Futterweizen

    Die Weizenbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 779 Mio.t zum dritten Mal in Folge defizitär. Die Bestände fielen um 11,5 Mio.t auf 280 Mio.t zurück. In Europa hingegen wurde mit 137,9 Mio.t in der Ernte 2021 ein überdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 132,3) eingefahren. Die deutsche Weizenernte lag mit 21,5 Mio.t, entgegen dem europäischen Trend, unter dem 5-Jahresmittel von 22,9 Mio.t. Futterweizen erzielte in der Saison 2021/22 ex-Ernte Erzeugerpreise um 18,- €/dt. Unter dem Eindruck der weltzweit engen Versorgung folgten die Weizenpreise den bullischen Entwicklungen der Getreidekurse. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 25,- €/dt erzielt werden. Der Abstand zur Futtergerste betrug rund plus 2,- €/dt. Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen kostete Futterweizen frei Erfasser 36 bis 37,- €/dt. Mit Blick auf die neue Ernte 2022 gaben die Preise wieder leicht nach. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 27,50 €/dt im Süden Deutschlands besprochen, das sind gut 3- €/dt über der Futtergerste. Auslöser für den Preisrückgang war v.a. der Erntedruck. Mit Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt sich folgendes festhalten. Die weltweite Erntemenge an Weizen fällt mit 772 Mio.t erneut schwach aus. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission gerade mal 123,9 Mio.t Weizen. In Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 22,3 Mio.t werden. Ob dieses Ergebnis tatsächlich erzielt werden kann ist jedoch fraglich. Betrachtet man die fundamentalen Daten, so besteht für die Weizenpreise auch in dieser Saison noch durchaus Luft nach oben.

  • Sojaextraktionsschrot

    Eine deutlich defizitäre Sojabohnenbilanz in abgelaufenen Saison 2021/22 mit einem Bestandsabbau um minus 11,1 Mio.t auf 88,7 Mio.t (Julischätzung des USDA; US-amerikanisches Agrarministerium) in Verbindung mit der weltpolitisch kritischen Lage durch den Ukrainekrieg schickte die Sojabohnenkurse auf einen Höhenflug. Hauptgrund für das Ergebnis war eine außerordentlich schwache Ernte in Südamerika. Dort wurde die Sojaernte der Saison 2021/22 binnen weniger Monate um rund 35 Mio.t abwärts korrigiert. Alleine die Sojabohnenernte in Brasilien wurde im Verlauf der zurückliegenden Saison von 149 Mio.t auf 130 Mio.t (minus 19) nach unten korrigiert. In Argentinien waren es minus 10 Mio.t auf heute geschätzt 47 Mio.t, in Paraguay minus 6,3 Mio.t auf 4,3 Mio.t. Und seit dem 24. Februar hat sich zudem Grundlegendes in der Welt verändert. Mit Beginn des Ukrainekriegs gerieten die Märkte weltweit, nicht nur die Agrarrohstoffmärkte, in außergewöhnliche Turbulenzen. Für den Bereich der Ölsaaten insgesamt hat dieser Konflikt gravierende Auswirkungen, auch wenn die Betroffenheit bei Soja noch überschaubar erscheint. So wird die Sojaproduktion in der Schwarzmeerregion als leicht rückläufig eingeschätzt. In der Ukraine erwartet man 2022 nur rund 2,8 Mio.t (Vj.: 3,8), in Russland sollen mit 5,3 Mio.t (Vj.:4,8) hingegen etwas mehr Bohnen geerntet werden. Gravierender sind die Auswirkungen bei den Sonnenblumen. Hier werden in der Ukraine noch 9,5 Mio.t (Vj. 17,5) und in Russland 15,5 Mio.t (Vj. 15,5) erwartet. Insbesondere der kurzfristige Ausfall bei Pflanzenölen (Sonnenblume) versetzte die Ölsaatenmärkte im 1. Halbjahr 2022 in Aufruhr. Inzwischen haben sich die Gemüter allerdings wieder etwas beruhigt. Die Welt-Ölsaatenbilanz für 2022/23 wird von den amerikanischen Schätzern als überschüssig eingeschätzt. 641 Mio.t Produktion bei 629 Mio.t Verbrauch sollen die Bestände um knapp 11 Mio.t auf 119 Mio.t anwachsen lassen. Bei Soja wird mit einer Erzeugung von 391 Mio.t die größte Ernte aller Zeiten erwartet. Bei einem Verbrauch von 378 Mio.t sollen die Bestände auf knapp 100 Mio.t anwachsen. Zwar weisen aktuelle Nachrichten darauf hin, dass aufgrund von Hitze im Sojagürtel der USA die Ernte vielleicht doch etwas schwächer ausfallen könnte, aber auf der Verbrauchsseite bremst die schwächere Nachfrage Chinas aufgrund des dort in vielen Regionen streng verhängten Lock-Downs durch die COVID-Krise den Anstieg der Kurse. Entsprechend reagieren die Kurse an der CBoT (Chicago Board of Trade). Der SEP22 notiert aktuell Ende Juli um 1.430 US-Cent/Buschel. Im Juni waren es noch knapp 1.600, vor einer Woche nur noch 1.320. Konkret heißt das: Die gute Prognose des USDA ließ die Kurse fallen, aktuell befestigen sich diese aber aufgrund der Trockenheit in den USA doch wieder deutlich. Im Aufwärtstrend befinden sich wegen des Anstiegs der Bohnenkurse v.a. die Sojaschrotpreise, denn Sojaöl hat aufgrund der derzeit soliden Gesamtsituation bei der Pflanzenölversorgung kaum Aussicht auf steigende Kurse. Die europäischen Kassapreise für Sojaschrot folgen derzeit dem Trend der Kursentwicklungen in den USA noch verzögert. Zumal Sojaschrot in der EU wegen des schwachen Euros den Abwärtstrend des Weltmarktes kaum mitgemacht hat. Für Sojaschrot (Normtyp) wurde im Juli 59,90 €/dt (Mai: 58) genannt. 48er HP-Schrot liegt bei 62,- €/dt (Mai:  60). Der Preis für GVO-freien 48er-Schrot hat sich Mitte Juli auf 80 €/t abgeschwächt, befestigt sich aber aktuell aufgrund der Nachrichtenlage wieder deutlich.

  • Die Gerstenbilanz in der Saison 2021/22 präsentierte sich nach Zahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) mit einer weltweiten Erzeugung von 145 Mio.t leicht defizitär. Die Bestände fielen um 3,5 Mio.t auf 16,8 Mio.t zurück. Auch europäisch wurde mit 52,0 Mio.t nur ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis (Ø 5 Jahre: 52,3) eingefahren. Gleiches galt für die deutsche Gerstenernte. Sie lag mit 10,4 Mio.t ebenfalls knapp unter dem 5-Jahresmittel von 10,7 Mio.t. Besonders eng war in der EU und in Deutschland in der Saison 2021/22 die Versorgung mit Sommergerste bzw. Braugerste. Der Anbau von Sommergerste war in einigen wichtigen Regionen deutlich eingeschränkt worden. So wurde nach Zahlen von Coceral die Sommergerstenfläche in Frankreich von 795 Tsd. ha um minus 30% auf knapp 540 Tsd. ha reduziert. Auch in Deutschland (299 Tsd. ha; Vorjahr 363), Dänemark (390 Tsd. ha; Vorjahr: 550) und Großbritannien (775 Tsd. ha; Vorjahr: 1.090) stand weniger Sommergerste auf dem Halm. Braugerste erzielte in der Saison 2021/22 zunächst ex-Ernte Erzeugerpreise um 20 bis 22,- €/dt. Unter dem Eindruck der besonders engen Versorgung mit Braugerste in Europa stiegen die Erzeugerpreise im 3. und 4. Quartal rasch an. Zum Jahreswechsel 2021/22 konnten bereits Erzeugerpreise um 35 bis36,- €/dt erzielt werden. Der Abstand zur Futtergerste war auf 12,- €/dt angestiegen! Mit dem 24.Februar 2022, dem Tag des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine veränderte sich die Welt – und auch die Getreidemärkte. Binnen weniger Wochen konnte Braugerste frei Erfasser 40,-€/dt und mehr erzielen. Erst mit Blick auf die neue Ernte 2022 gaben die Preise wieder nach, wobei die Knappheit an Ware den Preisrückgang eng begrenzte. Aktuell in KW 30 werden Erzeugerpreise um 35,- €/dt im Süden Deutschlands besprochen, das sind noch immer 11,- €/dt über der Futtergerste. Mit Blick auf das neue Getreidejahr 2022/23 lässt sich folgendes festhalten. Die weltweite Erntemenge an Gerste fällt voraussichtlich mit 145,5 Mio.t kaum besser als im Vorjahr und damit erneut schwach aus. In Europa erwartet man nach der Julischätzung der EU-Kommission gerade noch 51,5 Mio.t Gerste (5-Jahresmittel: 52,3). In Deutschland sollen es nach Schätzung des DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) 10,7 Mio.t werden. Für den europäischen Braugerstenanbau prognostiziert die Braugerstengemeinschaft e.V. eine vergleichbar große Braugerstenfläche wie im Vorjahr. In Deutschland allerdings soll der Anbau von Sommer- und Braugerste um 10% auf rund 330.000 ha zugelegt haben. Vor dem Hintergrund dieser fundamentalen Daten könnte Braugerste auch in 2022/23 knapp bleiben. Das scheint sich auch am nur verhaltenen Preisrückgang der Braugerste in der Ernte bemerkbar zu machen.

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