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  • Rinder

    Marktlage Tierischer Bereich

Marktblick KW 31 und Marktlage vom 31.07.2022.

  • KW 31/22

    Urlaubssaison dämpft Jungbullenpreise

    Entgegen dem saisonal typischen Preisverlauf wurden ab Mitte Juni für Jungbullen wieder wöchentlich Preisaufschläge gezahlt. Das geringe Lebendviehangebot war nicht immer ausreichend, um den Bedarf der Schlachtunternehmen zu decken. Getrieben wurde der Preisaufschwung auch durch den Export ins benachbarte Ausland. Dabei kam dem Außenhandel zugute, dass die deutschen Jungbullenpreise Anfang Juni deutlich niedriger lagen, als in den meisten europäischen Exportländern. Mittlerweile haben sich die Preise einander wieder angenähert.
    Im Inland verläuft der Handel mit Jungbullenfleisch ruhig. Durch die urlaubsbedingt niedrigere Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel und den hitzebedingt geringeren Rindfleischverzehr, hat sich der Absatz zuletzt deutlich abgeschwächt. Der Fleischmarkt bietet derzeit keine Impulse für weitere Preisaufschläge. Zudem liegen die Jungbullenpreise aktuell durchschnittlich 87 ct höher im Vergleich zum Vorjahr. Der relativ hohe Erzeugerpreis und der schwächelnde Fleischmarkt dämpft die Nachfrage der Schlachtunternehmen.
    In KW 30 erzielten Jungbullen in Baden-Württemberg im Schnitt der Handelsklasse E-P 4,84 €/kg SG. Für die laufende Woche deuten sich ferienbedingt leicht schwächere Preise mit Abschlägen von -2 bis -3 ct pro kg SG an.
    Trotz ruhiger Nachfrage dürfte das geringe Angebot auch im August die Preise stützen, so dass von mehr oder weniger stabilen Jungbullenpreisen auszugehen ist. 

    © Vees, LEL Schwäbisch Gmünd

    www.agrarmaerkte-bw.de

  • Am Schlachtschweinemarkt hat der Druck auf die Erzeugerpreise aufgrund der schwachen Fleischnachfrage in den letzten Wochen erheblich zugenommen. Andererseits sorgt das geringe Schlachtschweineangebot für anhaltend stabile Auszahlungspreise.

    Trotz Grillsaison bleibt der Fleischabsatz derzeit weit hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurück. Im Frühjahr rechnete man dagegen noch mit einer stark steigenden Schweinfleischnachfrage im Zuge des zunehmenden Außer-Haus-Verzehrs nach dem Wegfall der Coroan-Maßnahmen sowie mit steigenden Grillaktivitäten ab dem Frühsommer. Durch die gestiegene Inflation verhalten sich die Verbraucher derzeit allerdings sehr preissensibel und halten sich vor allem beim Fleischeinkauf zurück. Auch der allgemein zunehmende Verzicht auf Fleisch bereitet der Branche Sorgen.
    Bereits in der ersten Maiwoche war wegen des stockenden Fleischabsatzes ein Abschlag von 15 ct/kg SG nicht mehr zu verhindern und der Schlachtschweinepreis wurde von 1,95 € auf 1,80 € abgesenkt. Durch die Feiertage im Mai und Juni entfielen zudem mehrere Schlachttage, was die Nachfrage der abnehmenden Seite kurzfristig zusätzlich reduzierte. Mit wieder vollen Schlachtwochen und grilltauglichem Wetter konnte Ende Juni der Schlachtschweinpreis um +5 ct auf 1,85 €/kg SG angehoben werden. Weitere Aufschläge konnten danach allerdings nicht mehr durchgesetzt werden, so dass der Vereinigungspreis seit sechs Wochen unverändert bei 1,85 €/kg SG fortgeschrieben wird. Der Bedarf der Schlachtunternehmen an Schlachtschweinen ist aufgrund des impulslosen Fleischgeschäfts und der urlaubsbedingt reduzierten Personalverfügbarkeit in den Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben gering. Entsprechen drosseln die Schlachtunternehmen ihre Schlachtaktivitäten und fragen weniger Tiere nach. Die geringere Nachfrage zeigt sich auch in den Schlachtzahlen, die bis zur KW 29 rund 7 % unter der Vorjahresmenge lagen.
    Angebotsseitig entstehen trotz geringer Nachfrage keine nennenswerten Überhänge, denn durch die geringeren Einstallungen infolge der stark gestiegenen Produktionskosten im Frühjahr, fällt das Schlachtschweineangebot alles andere als üppig aus. Zudem wachsen die Schweine derzeit hitzebedingt langsamer. Die Schlachtgewichte sind in KW 29 im Bundesdurchschnitt entsprechend auf 96,5 kg zurückgegangen.
    Die Erzeugerpreise konnten in den letzten sechs Wochen dank dieses rückläufigen Angebots stabil gehalten werden. Das Preisniveau ist allerdings bei weitem nicht kostendeckend. Gegen steigende Preise wehrt sich vor allem der Lebensmitteleinzelhandel. Nachdem die Fleischnachfrage auch im Juli weiter enttäuschte und durch die Urlaubszeit zusätzlich eingeschränkt wird, kündigte ALDI an, seine Fleischpreise zu senken. Die Schlachtunternehmen versuchen die geringeren Preise an ihre Schweinelieferanten durchzureichen. So zahlen die drei großen Schlachtunternehmen derzeit für vertraglich nicht gebundene Schlachtschweine nur 1,75 €/kg SG. Diese „Hauspreise“ liegen 10 ct unter der derzeitigen VEZG-Notierung. Aufgrund des geringen Angebots können die Hauspreise allerdings bisher erfolgreich umfahren werden. Kurzfristig sollte das kleine Angebot weiter für stabile Auszahlungspreise sorgen.

    In Baden-Württemberg wirken sich die verschiedenen Qualitäts- und Regionalprogramme positiv auf die Schlachtschweineerlöse aus. In KW 29 lag der Preis für Schlachtschweine Hkl. E mit 1,94 €/kg SG um 9 ct/kg SG über dem deutschen Durchschnittspreis.
    Die Erzeugerpreise für Bio-Schweine gestalteten sich im Juni für pauschal abgerechnete Tiere stabil, für klassifizierte Tiere konnten teilweise Preiseraufschläge erzielt werden. Der Preis für pauschal abgerechnete Tiere lag bei 4,21 €/kg SG (3,72 €/kg SG im Vorjahr). Schweine der Handelsklasse erzielten mit 4,32 €/kg SG (VJ 3,84 €/kg SG) einen Zuschlag in Höhe von 6 Ct/kg.

  • Schlachtrinder

    Nachdem die Schlachtrinderpreise seit Mitte letzten Jahres stetig angestiegen sind, setzte nach den abgeschlossenen Schlachtungen für das Osterfest allmählich ein rückläufiger Preistrend ein. Zuvor reichte das flächendeckend knappe Angebot, sowohl bei den männlichen als auch bei den weiblichen Kategorien kaum aus, um die rege Nachfrage der Schlachtunternehmen zu decken. Der harte Wettbewerb um die knappen Schlachttiere führte dazu, dass nahezu wöchentlich neue Preisaufschläge möglich waren.Der Handel mit Rindfleisch wurde im Frühjahr vor allem von Artikeln für die Hackfleischherstellung dominiert. Mit Blick auf Ostern nahm auch das Interesse an Edelteilen wieder zu, besonders im Gastronomiebereich. Da auch die Rindfleischimporte gering ausfielen, blieb die Ware EU-weit knapp und das Preisniveau entsprechend hoch. Saisonal bedingt sinkt mit steigenden Temperaturen die Nachfrage nach Rindfleisch. Auch dieses Jahr sind die Preise daher zwischen Ostern und Pfingsten um bis zu ein Viertel eingebrochen. Während die private Nachfrage im LEH schwächelte, wurden von einem zufriedenstellenden Absatz an die Gastronomie und im Export nach Frankreich und Spanien berichtet. Bedingt durch ein nicht bedarfsdeckendes Lebendviehangebot konnten in den letzten Wochen jedoch wieder festeren Auszahlungspreisen erzielt werden.

  • Jungbullen

    Die Nachfrage nach Jungbullen hat nach Osten deutlich nachgelassen. Dadurch überstiegen die angebotenen Stückzahlen die Nachfrage der Schlachtunternehmen. Während der Grillsaison sind verstärkt Artikel vom Schwein gefragt. Das Kaufinteresse für Jungbullenfleisch im LEH ist zudem aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten bei den Verbrauchern gering. Die Schlachtunternehmen benötigen zur Auslastung ihrer Kapazitäten allerdings eine bestimmte Menge an Schlachttieren. Ein Vergleich der Schlachtzahlen zeigt, dass im Südwesten die Jungbullenschlachtungen bis KW 29 das Vorjahresniveau bereits um 19 % unterschritten haben.Während Jungbullen in der Spitze in KW 13 im Südwesten 5,89 €/kg SG (E-P) erreichten, fiel der Jungbullenpreis auf 4,47 €/kg SG in KW 23 zurück. Mitte Juni war das Angebot aber wieder knapp und sorgte für steigende Preise. Zudem ist aufgrund der Erntearbeiten die Ablieferbereitschaft derzeit gering. In KW 29 erzielten Jungbullen in Baden-Württemberg im Schnitt 4,84 €/kg SG (E-P). Das knappe Angebot dürfte die Preise auch in den kommenden Wochen stabil halten.Trotz saisonal bedingter sinkender Nachfrage konnten die Preise für Bio-Jungbullen sich bundesweit mit 6,04 €/kg SG im Durchschnitt aller Klassen behaupten.

  • Kühe

    Auch im Handel mit Kuhfleisch macht sich das Sommerloch bemerkbar. Bis KW 24 sind die Schlachtkuhpreise von 4,92 € im April auf 4,26 €/kg SG (E-P) in der Woche nach Pfingsten gefallen. Grund waren auch eingeschränkte Schlachtungen aufgrund mehrere Feiertage im Mai und Juni. Trotz schwacher Verbrauchernachfrage konnte Ende Juni der Bedarf der Schlachtbetriebe jedoch schon wieder kaum gedeckt werden. Der seit Jahren fortschreitende Abbau der Milchviehbestände hat das Angebot an Milchkühen auch dieses Jahr um 1,6 % reduziert. Hinzu kommt, dass aufgrund des hohen Milchpreises die Abgabebereitschaft der Milchviehhalter eher gering ist.Nachdem die Schlachtkuhpreise in den letzten Wochen angezogen haben, hat sich das Preisgefälle zu anderen EU-Staaten vergrößert und erschwert den Export. Entsprechend wehren sich die Schlachtunternehmen weitere Aufschläge zu bezahlen. Die Preise dürften sich daher kurzfristig auf dem bestehenden Niveau stabilisieren.Im Südwesten erlösten Schlachtkühe (E-P) in KW 29 durchschnittlich 4,47 €/kg SG.Bio-Schlachtkühe erzielten im Juni mit 5,17 €/kg SG rund 22 ct/kg SG weniger als im Mai dieses Jahres, liegen aber weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau von 3,74 €/kg.

  • Färsen

    Während die Nachfrage im LEH schwächelt wurden von einem zufriedenstellenden Absatz an die Gastronomie und im Export in benachbarte EU-Länder berichtet, insbesondere aus den Urlaubsländern. Im Inland bremst dagegen derzeit die Hitze den Fleischabsatz in der Gastronomie. In KW 29 erlösten Färsen im Südwesten im Schnitt aller Handelsklasse ein Preis von 4,93 kg SG (E-P).Auch bei Bio-Färsen sind im Juni bundesweit Preisrückgänge gegenüber den Hochpreisphasen im April und Mai festzustellen. Dennoch notieren sie mit 5,87 €/kg SG noch weit über dem Vorjahrespreis von 4,71 €/kg SG.

  • Schlachtkälber

    Nach der Spargelsaison fiel die Nachfrage nach Kalbfleisch ruhiger, aber trotzdem stetig aus. Die Marktlage wird insgesamt als relativ ausgewogen eingestuft. Dabei liegt der Schwerpunkt im Fleischhandel auf den preisgünstigeren Vorderfleischqualitäten, die beispielsweise auch zur Dönerherstellung verwendet werden. In KW 29 erlösten Schlachtkälber (E-P) im Südwesten durchschnittlich 6,63 €/kg SG.

  • Fleckvieh Bullenkälber

    Bei Fleckviehbullenkälbern führten die hohen Schlachtbullenpreise zu einer regen Nachfrage und zu steigenden Preisen im ersten Quartal. Teilweise dämpften allerdings die hohen Futterkosten das Einstallinteresse. Derzeit halten sich Angebot und Nachfrage die Waage. In KW 29 wurde in Baden-Württemberg für ein Fleckviehbullenkalb durchschnittlich 5,68 €/kg LG bezahlt.

  • Schwarzbunte Bullenkälber

    Die Preise für schwarzbunte Bullenkälber profitierten in den letzten Monaten von den Einstallungen für das Weihnachtsgeschäft. Besonders für Kälber mit guten Mastleistungen ließen sich Aufgelder erzielen. Nach dem Abschluss der Einstallungen für Weihnachten hat sich die Nachfrage saisontypische beruhigt. Angebotsseitig sind die am Markt vorhandenen Stückzahlen nicht allzu umfangreich. Besonders die knappe Verfügbarkeit von Kälbern mit besseren Qualitäten hat sich preisstützend ausgewirkt. In Baden-Württemberg wurde in KW 29 ein durchschnittlicher Preis von 100,55 €/Kalb gemeldet.

  • Ferkel

    Am Ferkelmarkt ist die Nachfrage derzeit sehr ruhig. Die angespannte Marktsituation bei den Schlachtschweinen sorgt bei den Mästern für ein zurückhaltendes Einstallinteresse. Seit den stark gestiegenen Futterkosten ließen viele Mäster, die auf Zukauffutter angewiesen waren, ihre Ställe leer stehen. Obwohl die Futtermittelpreise im Juni etwas nachgaben, hat sich das Einstallinteresse nicht belebt. Entsprechend bestehen derzeit große Schwierigkeiten für die Stückzahlen Abnehmer zu finden, besonders bei Partien ohne feste Mästerzuordnung.  Da noch niedrigere Ferkelpreise die Nachfrage auch nicht steigern würden, spricht sich die VEZG seit 6 Wochen analog zu den stabilen Schlachtschweinepreisen für eine ebenfalls unveränderte Preisempfehlung aus. In Baden-Württemberg liegt er Ferkelpreis aktuell bei 44,60 €/25 kg Ferkel. Um die Vollkosten zu decken müsste ein 25-kg-Ferkel derzeit mindestens 80 - 90 € kosten. Bei dem derzeitigen Preisniveau liegt selbst der Deckungsbeitrag im negativen Bereich. Solange jedoch die Schlachtschweinepreise stagnieren, besteht kein Spielraum für eine Anhebung der Ferkelpreise.Das Ferkelangebot in Baden-Württemberg geht angesichts der desaströsen wirtschaftlichen Lage weiter zurück. Die Viehzählungsergebnisse vom Mai zeigen einen gegenüber dem Vorjahr um 7 % niedrigeren Ferkelbestand. Innerhalb eines Jahres haben weitere 10 % der Ferkelerzeuger in Baden-Württemberg ihren Betrieb aufgegeben. Damit entwickelt sich Baden-Württemberg weiter von einem einstigen Überschussgebiet zu einem Ferkel-Zuschussgebiet.Bio-Ferkel bis 28kg erzielten im Juni 165,82€ im Bundesschnitt und bewegen sich seit Jahresbeginn auf einem konstanten Niveau.

  • Seit Herbst 2021 ist die Milchproduktion der wichtigsten Anbieter auf dem Weltmilchmarkt im Vorjahresvergleich rückläufig. Seit Dezember liegen die Anlieferungen der großen Exporteure mit Schwankungen bei rund -1,5 %. Als Ursachen werden die hohen Produktionskosten und eine witterungsbedingt teilweise ungenügende Grundfutterversorgung gesehen. Für die zweite Jahreshälfte gelten ähnliche Rahmenbedingungen, entsprechend hat das USDA seine Produktionsschätzung weiter nach unten korrigiert.
    In der EU lagen die Anlieferungen im Mai bei -1,6 %, in Deutschland waren es -1,8 %. In den letzten Wochen hat sich der deutsche Rückstand verringert, in KW 28 wurde mit saisonal abnehmender Anlieferung die Vorjahreswoche sogar um 0,3 % überschritten. Damit gaben zuletzt auch die Rohstoffpreise wieder etwas nach. Spotmilch kostete in KW 28 nun 56,9 ct/kg (-0,7 ct/kg gg. der VW).
    Die privaten Einkäufe von Konsummilch als preissensibles Produkt gingen im 1. HJ 2022 um 7,7 % zurück. Biotrinkmilch wurde noch 1,2 % mehr gekauft, Konventionelle lag bei -9,1 %. Bei Butter sind die Konsumenten preissensibler, hier verlor Bio -10,1 % gegenüber -8,9 % bei Konventionell. Pflanzliche Trinkmilchalternativen wuchsen wohl auch wegen der hohen Preise nur noch um 2,2 %, während sie im 1. HJ 2021 noch um 35,5 % zulegten.
    Der sich aus den Butter- und MMP-Preisen ergebende Kieler Rohstoffwert lag im Juni bei 65,8 ct/kg (-1,7 ct/kg gg. April). Aus den Kontraktkursen an der EEX in Leipzig für Butter und MMP leitet sich ein Börsenmilchwert von derzeit 64 ct/kg bis Jahresende 59 ct/kg ab.
    Die Erzeugerpreise im Süden konnten der stark angestiegenen Milchverwertung zunächst nur verzögert folgen. Im Juni haben die baden-württembergischen Molkereien aber mit geschätzt 50,1 ct/kg inzwischen die Marke von 50 ct/kg überschritten, wobei die Spanne zwischen den Molkereien mit 6,2 ct/kg weiter hoch ist. In Schleswig-Holstein wurden im Juni geschätzt 55,9 ct/kg ausbezahlt.
    Mit dem Überschreiten der Preisspitzen bei den Milchprodukten zeichnet sich auch eine Verlangsamung des Anstiegs der Erzeugerpreise ab. Dennoch ist abzusehen, dass auch im Süden die 55 ct/kg erreichbar sein dürften.
    Die Biomilch-Produktion in Deutschland weist auch für das zweite Quartal 2022 ein verhaltenes Wachstum auf, wobei das Mengenplus im Mai gegenüber dem Vorjahr gut 3 % betrug. Die Auszahlungspreise für Biomilch ziehen weiter an, wenn auch nicht im gleichen Maße wie die konventionellen Preise. Im Juni lag der Auszahlungspreis für Biomilch im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland bei 56,3 ct/kg Milch, in Baden-Württemberg lag er bei 55,3 Cent. Im Norden und Osten lagen die Auszahlungspreise mit knapp 62 ct/kg bzw. 59 ct/kg Milch deutlich darüber. Auch die Verbraucherpreise für Bio-Milchprodukte sind im Juni und Juli weiter gestiegen, bei einer gleichzeitig ruhigen, leicht rückläufigen Nachfrage. Einzig H-Milch konnte im letzten halben Jahr ein Plus gegenüber dem Vorjahr erzielen. Für die weiteren Monate wird wieder mit einer steigenden Nachfrage sowie mit steigenden Preisen sowohl auf der Verbraucher- als auch auf der Erzeugerseite gerechnet.

  • Die internationalen Milchproduktenpreise tendieren schwächer. Der Global Dairy Trade Tender hat seit der Preisspitze im März 23 % verloren, insbesondere Milchpulver notiert schwächer. Zu beachten ist allerdings das nach wie vor hohe Preisniveau. Die Preise für Milchprodukte haben ihre Spitzen vielfach überschritten. Abgepackte Butter liegt stabil bei 7,55 €/kg, bei Blockbutter agieren die Käufer vorsichtig bei jetzt 6,85 €/kg. Am Terminmarkt (EEX) notiert Butter bis zum Jahresende stabil bei 6,90 €/kg. Die hohen Verbraucherpreise haben die Einkäufe der privaten Haushalte in 1. HJ 2022 um 8,9 % zurückgehen lassen.
    Am Käsemarkt führte das anhaltend knappe Angebot bei einer lebhaften Nachfrage ebenfalls zu weiter steigenden Preisen. Schnittkäse (Gouda, Edamer) notiert inzwischen bei 5,60 €/kg (Brotware), wobei sich die Preise nun auf dem erreichten Niveau stabilisieren. Die privaten Einkäufe gingen im 1. HJ preisbedingt nur um 3,5 % zurück.
    An den Pulvermärkten haben die Preise nach der Spitze im April stärker nachgegeben. Insbesondere Molken- und Magermilchpulver waren davon betroffen. MMP liegt aktuell bei 3,93 €/kg, Molkenpulver bei 1,33 €/kg und VMP bei 5,25 €/kg (alles Lebensmittelware). Am Terminmarkt wird MMP für die nächsten Monate mit rund 3,60 €/kg bewertet.
    Der sich aus den Butter- und MMP-Preisen ergebende Kieler Rohstoffwert lag im Juni bei 65,8 ct/kg (-1,7 ct/kg gg. April). Aus den Kontraktkursen an der EEX in Leipzig für Butter und MMP leitet sich ein Börsenmilchwert von derzeit 64 ct/kg bis Jahresende 59 ct/kg ab.

  • Der saisonübliche Preisrückgang am Eiermarkt fiel bis jetzt trotz ruhiger Nachfrage gering aus. Obwohl die Nachfrage der privaten Haushalte aufgrund der Reiselust nach den Corona-Lockerungen unterdurchschnittlich ausfällt, dürfte der Preisabstand zum Vorjahr erhalten bleiben. Dafür sorgen einerseits die hohen Futterkosten und andererseits die hohen Junghennenpreise. In Summe können die Eiererzeuger die Mehrkosten nicht vollständig am Markt umsetzen.
    Derzeit sind Eier aller Haltungsformen reichlich am Markt vorhanden. Insbesondere die höherpreisigen Freiland- und Bioeier übersteigen derzeit inflationsbedingt die Nachfrage. Teilweise musst der Überschuss in der Verarbeitungsindustrie abgesetzt werden, die speziellen Prozessqualitäten wie z.B. „ohne Kükentöten“ nicht vergütet.
    Für die Eierproduzenten haben sich die Kosten enorm erhöht. Legehennenfutter kostete im Juli in Baden-Württemberg sogar 58,95 €/dt (Vj. 36,50 €/dt). Auch die Steigerung der Energie- und Lohnkosten sowie die Kostensteigerung bei Verpackungsmaterial verteuern die Produktion. Zudem haben auch die Junghennenpreise nach dem Verbot des Tötens der männlichen Küken deutlich angezogen.
    Verbraucher mussten in Baden-Württemberg in KW 29 für Eier der aus Bodenhaltung im Schnitt 2,16 €/10 Stück (Vj. 1,70) und für Eier aus Freilandhaltung 2,80 €/10 Stück (Vj. 2,37) bezahlen.
    An der Süddeutschen Warenbörse wurde in KW 29 für Bodenhaltungseier 21,50 ct/Ei und für Freilandeier 26,50 ct/Ei notiert (Abgabepreise an den Einzelhandel, Größe M, Abnahme 360 Stück, ohne MwSt. und ohne KVP).
    In den ersten 5 Monaten 2022 wurde die Bio-Eier-Produktion in Deutschland trotz stark gestiegener Kosten auf der Erzeugerseite und einer sinkenden Nachfrage auf der Verbraucherseite weiter ausgeweitet. Die Verbraucher kauften 2022 im ersten Halbjahr rund 11 % weniger Bio-Eier ein als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ein Grund hierfür sind die insgesamt deutlich gestiegenen Nahrungsmittelpreise, die wiederum zu einer Kaufzurückhaltung bei höherpreisigen Produkten führen.
    Aktuell übersteigt bei den Bio-Eiern deshalb das Angebot die Nachfrage, sodass einige Betriebe ihre Bio-Eier verlustreich als Industrieware verkaufen müssen. Die Erzeugerpreise zogen anfangs des zweiten Quartals gegenüber dem Vorquartal nochmals an, zum Ende des Quartals gaben sie aber wieder nach. Laut AMI-Erhebungen lagen die Erzeugerpreise im Schnitt im zweiten Quartal für Eier der Größe M bei 29,79 EUR/100 St. ab Packstelle und für Größe L bei 30,39 EUR/100 St.
    Die Situation am Eiermarkt und für die Bio-Erzeuger dürfte auch in den nächsten Monaten angespannt bleiben.

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