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  • Obst

    Kernobstnotierung Bodensee

2022 KW 31

Die Marktlage bei Äpfeln ist insgesamt ruhig, aber ausgeglichen. Erste Frühäpfel der Sorten Summerred, Gravensteiner und Delbarestivale sind erhältlich. Für eine qualitativ bessere Ausfärbung fehlen derzeit die kühleren Nachttemperaturen.  Alterntige Ware der Jonagoldgruppe ergänzt das Angebot und wird noch ca. 4 Wochen zur Verfügung stehen. Damit werden zur neuen Haupternte keine Restbestände aus der Vorsaison den Verkauf mehr belasten.

Der Abverkauf von Zwetschgen könnte sich etwas schwungvoller im Bereich Großmärkte/Verarbeiter gestalten. Insgesamt halten sich Angebot und Nachfrage aber in der Waage. Anfang kommender Woche werden erste Cacaks Fruchtbare in die Vermarktung kommen. 

Der Absatz bei Kirschen ist aufgrund der Ferienzeit leicht rückläufig. Erdbeeren müssen sich dem größeren Mengenangebot aus den norddeutschen Gebieten entgegenstellen.  

  • Letzte Notierung der Saison vom 28.06.2022

    Kl.1, ab Station, ohne Verpackung, netto, in €/dt

    2021/22

    28.06.

    ±

    26.04.

    22.02.

    Elstar
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    60/65
    70+ Kl.2


    -
    -
    -
    -
    -
    -






    CA
    80
    92
    90
    73
    54
    45

    CA
    85
    96
    93
    73
    62
    50

    Gala Royal
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    60/65
    70+ Kl.2


    -
    -
    -
    -
    -
    -






    CA
    75
    80
    70
    63
    53
    40

    CA
    75
    80
    70
    63
    53
    45

    Golden D.
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    70+ Kl.2

    CA
    56
    56
    52
    45
    35


    -9
    -9
    -8

    -5

    CA
    65
    65
    60
    45
    40

    CA
    65
    70
    63
    56
    42

    Idared
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    70+ Kl.2

    CA
    40
    45
    40
    35
    32


    -10
    -10
    -12
    -10
    -10

    CA
    50
    55
    52
    45
    42

    CA
    55
    63
    58
    53
    42

    Jonagold
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    70+ Kl.2

    CA
    46
    56
    54
    48
    35


    -4
    -4
    -1
    -2
    -5

    CA
    50
    60
    55
    50
    40

    CA
    60
    68
    63
    58
    42

    Pinova
    70/75, 85/90
    75/80/85
    65/70
    70+ Kl.2

    CA
    68
    73
    48
    45


    -7
    -7
    -7

    CA
    75
    80
    55
    45

    CA
    75
    80
    62
    45

    Red Prince®
    85/90
    75/80/85
    70/75
    65/70
    70+ Kl.2

    CA
    43
    53
    51
    45
    35


    -4
    -4
    -1
    -2
    -5

    CA
    47
    57
    52
    47
    40

    CA
    57
    65
    65
    60
    42

    Mostäpfel *)

    12,0

    12,0

    12,0

    Notierungsvorsitz:

    Pollok (KOB)

    Redaktion / Bericht:

    Kreisel (LEL)

    *) ab Erfassungsstation, Erzeugerpreis

    = Notierung - 1,5 €/dt + MwSt.

    © LEL Schwäbisch Gmünd, KOB Bavendorf



    Die Notierungen sind für den Notierungstag geschätzte Gleichgewichtspreise, zu denen nach Meinung der Kommission die größten Umsätze getätigt werden. Sie sind weder empfohlene Preise noch verbindliche Richtpreise, sondern geben nur eine kurzgefasste Beurteilung der Marktlage. Die tatsächlichen Preise können je nach Lieferumfang und Qualität von den Notierungen abweichen. Spitzenqualitäten, Kleinverkäufe etc. erzielen entsprechend mehr.

    • Alle Preise sind Großhandelspreise für großhandelsfähige Mengen durchschnittlicher Qualität, in €/dt, ohne MwSt., ohne Verpackungskosten, ab Obstgroßmarkt am Bodensee.

    • Die Erzeugerpreise ergeben sich nach Abzug von Lager- und Sortierkosten sowie Vermarktungsspanne (ca. 15 - 18 €/dt)

    * Da der Faxbezug kostenpflichtig ist, werden die Notierungsergebnisse ca. 3 Tage verzögert eingestellt.

    Beteiligte

    Bei der Kernobstnotierung handelt es sich um eine freiwillige Einrichtung, die von den beteiligten Erzeugerorganisationen, Erzeugern und Vermarktern in Selbstverantwortung getragen wird. Das Land sieht es als seine Aufgabe, die Marktstellung der Landwirte durch diese Notierung zu fördern.

    Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR Stuttgart)

    Träger der Notierung

    Obstregion Bodensee e.V. (OvB Tettnang)

    Landesanstalt für Landwirtschaft, Ernährung und Ländlichen Raum (LEL Schwäbisch Gmünd)

    Neutrales Marktinformationsbüro,
    Marktberichterstattung

    Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf)

    Neutraler Notierungsvorsitz

    Marktgemeinschaft Bodenseeobst e.G. (MaBo Friedrichshafen)

    zusammengesetzt aus 10 selbstständigen Obstgroßmärkten

    Mitglieder der Notierungskommission

    (jedes Mitglied ernennt jeweils 2 Vermarkter- und 2 Erzeugervertreter)

    Württembergische Obstgenossenschaft Raiffeisen e.G. (Ravensburg)

    zusammengesetzt aus 5 Obstgroßmärkten der BayWa-WLZ

  • Tafeläpfel                                                              
    Die ruhige Marktlage des Frühjahrs setzte sich auch in den Sommermonaten weiter fort. Insgesamt bewegt sich der Abverkauf bis heute aber auf einem stabilen Niveau, was wohl auch dem zu verdanken ist, dass aus Übersee weniger Ware nach Europa exportiert wird als üblich und diese preislich gleichzeitig unattraktiv erscheint. Jonagold, Jonagored und Red Jonaprince werden voraussichtlich noch bis Ende September vorrätig sein. Die durchschnittlichen Preise für Tafelware Klasse I liegen Ende Juli bei rund 50 €/dt.
    Für die kommende Saison ist wohl weiterhin mit einer schwachen Nachfrage zu rechnen, da die Verbraucher besonders bei Obst und Gemüse sparen. Auch in Anbetracht der sommerlichen Temperaturen ist eine Trendwende bei der Nachfrage nach Kernobst vorerst nicht in Sicht. Umso wichtiger, dass bei der neuen Ernte nur gute Qualitäten eingelagert werden, damit der Markt nicht noch zusätzlich unter Druck gerät. Die neue Saison wird rund zehn Tage früher als üblich beginnen. Aufgrund der guten Witterung wird von einer guten Durchschnittsernte ausgegangen mit guten Qualitäten und tendenziell größeren Kalibern.

    Erd- & Strauchbeeren
    Anfang Mai trafen erste Erdbeeren ein, die mit knapp 5 €/kg gehandelt wurden. Gegenüber anderen Jahren bewegte sich die Nachfrage auf einem deutlich niedrigeren Niveau. Erdbeeren wurden in den Augen der Konsumenten noch mehr als andere Früchte als Luxusartikel angesehen und in Zeiten steigender Inflation wird deutlich bewusster eingekauft.
    Im Anschluss an die Erdbeersaison trafen erste Stachel- und rote Johannisbeeren ein. Bei roten Johannisbeeren war aufgrund üppiger Mengen schnell ein Überangebot vorhanden. Stachelbeeren trafen dagegen in bedarfsgerechten Mengen ein. Brombeeren sind weiterhin verfügbar und erfreuen sich einer guten Nachfrage. Ebenso Erdbeeren aus Terminanlagen, die aktuell um die 4,50 €/kg gehandelt werden.
    Generell fielen die durchschnittlichen Preise über alle Beeren hinweg deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Damals lagen die Preise zwischen 10 % bis 15 % höher, wobei dieses Jahr allerdings auch über 30 % mehr Beeren angeliefert wurden.

    Kirschen
    Rund zwei Wochen früher als startete die Kirschenernte, die aufgrund optimaler Witterungsverhältnisse gute ausfiel und in einem schwachen Markt untergebracht werden musste. Bei einem starken Behang und fehlendem Regen waren meist nur kleinere Größen verfügbar, gesucht waren jedoch größere Kaliber Die hohe Anzahl an Sonnenstunden sorgte aber für eine gute Qualität.Die Nachfrage fiel insgesamt meist überschaubar aus. Kirschen wurden vom Verbraucher ebenso als Luxusartikel angesehen und seltener nachgefragt, bzw. es wurde zu günstigerer Importware aus der Türkei gegriffen.
    Um überhaupt Menge zu bewegen, mussten die Preise laufend zurückgenommen werden, sodass im Saisonschnitt nur rund 3 €/kg erzielt wurden. Zu beachten ist aber auch, dass dieses Jahr fast 60 % mehr Kirschen über die Erzeugerorganisationen vermarktet wurden, als 2021.

    Zwetschgen
    Bei den Zwetschgen lässt die Saison auf einen guten Verlauf hoffen, da Zwetschgen ein günstigeres Produkt darstellen. Heimische Zwetschgen werden vom Verbraucher zudem bevorzugt gekauft. Darüber hinaus wurden andere Regionen teilweise stark von Frostschäden in Mitleidenschaft gezogen, weshalb kein übermäßiger Mengendruck aus deutschem Anbau zu erwarten ist.
    Durch den frühen Erntebeginn wird das Saisonende bereits für Ende September erwartet.

    © Kreisel, LEL Schwäbisch Gmünd
    www.agrarmaerkte-bw.de

  • Obstmarktbericht


    Inhalte
    - Umfassende Beschreibungen der Marktlage bei Kernobst, Steinobst und Beeren

    - Ergebnisse der Kernobstnotierungen Bodensee, Niederelbe, Elbe/Saale und Südtirol

    - Absatz- und Preisstatistik alle Obstarten vom Bodensee Großmarktpreise (deutsche Großmärkte gesamt und Großmarkt München)

    - Kernobstvorräte (EU, Deutschland, Bodensee, Südtirol, Steiermark, Frankreich)

    - Aktuelle und langfristige Marktgrafiken

    Umfang 4 Seiten,
    erscheint wöchentlich mittwochs,
    Versand per E-Mail, Fax oder Post


    Abonnement
    65,50 €/Jahr inkl. MwSt. (Deutschland)
    85,00 €/Jahr exkl. MwSt. (andere Länder)
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  • Notierungsfax


    Inhalte
    - Ergebnis der aktuellen Kernobstnotierung Bodensee

    - Kurzkommentar zur aktuellen Marktlage

    - Großmarktpreise Obst in München

    - Eine aktuelle Marktgrafik

    Umfang 1 Seite,
    erscheint wöchentlich
    dienstags (13:00 - 14:00 Uhr),
    Versand per E-Mail oder Fax 

    Abonnement
    51,50 €/Jahr inkl. MwSt. (Deutschland)
    61,00 €/Jahr exkl. Mwst.(andere Länder)

  • Archiv

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  • Funktion

    Die Obstregion Bodensee ist mit rund 7.500 ha Baumobstfläche und einem Produktionsvolumen allein bei Äpfeln von 250.000 t neben der Region Niederelbe das bedeutendste Obstanbaugebiet Deutschlands. Der Großteil der jährlichen Apfel- und Birnenernte dieser Region wird von etwa 15 genossenschaftlichen und privaten Unternehmen vermarktet. Dem steht eine große Zahl landwirtschaftlicher Betriebe mit Verkaufsanbau von Äpfeln und Birnen gegenüber. Ein ausgewogener und für alle Beteiligten akzeptabler Preis kommt nur zustande, wenn alle möglichst umfassende und vollständige Informationen über die Marktgegebenheiten haben und ihre Verhandlungspositionen daran ausrichten können. Verfügt ein Marktpartner über mehr, genauere oder aktuellere Marktkenntnis, so ist er im Vorteil und kann den Preis zu seinen Gunsten beeinflussen. Durch die neutrale Marktberichterstattung der LEL und die Kernobstnotierung kann ein hohes Maß an Markttransparenz erzielt werden. Dies führt zu einer Verringerung des Preisrisikos für Erzeuger, Vermarkter und auch Verbraucher.

  • Geschichte

    Bis Mitte der 1960er Jahre erfolgte die Preisbildung für Tafel-Kernobst am Bodensee überwiegend auf Obstversteigerungen. Dies führte je nach Ernte zu extremen Preisschwankungen. Deshalb wurde von Dr. Janssen an der damaligen Obstbauversuchsstation Bavendorf der Universität Hohenheim die Notierung entwickelt. Mit der ersten Notierung begann man bereits im Wirtschaftsjahr 1967/68.Aufgrund ihrer Bedeutung für den Obstmarkt hat die Kernobstnotierung Bodensee eine Leitfunktion für die Kernobstvermarktung erhalten. Und das nicht nur im Bodenseegebiet, sondern im ganzen Land. In anderen deutschen und europäischen Obstregionen (Niederelbe, Südtirol, Steiermark) wurden in den vergangenen Jahren nach dem Vorbild der Kernobstnotierung Bodensee ähnliche Preisfindungseinrichtungen geschaffen.

  • Durchführung

    Nach Absprache findet dienstags um 11:30 Uhr die Notierungssitzung statt. Die Leitung obliegt dem Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee in Bavendorf. Seit Ende 2008 ist keine Anwesenheit im KOB mehr erforderlich, sondern ein Einwählen in die Telefonkonferenz vom Arbeitsplatz möglich. Diese Neuerung bietet sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile und bedeutet eine enorme Zeitersparnis für die Teilnehmer.Die Notierungskommission ist paritätisch mit Vertretern der Erzeuger und Vermarkter der verschiedenen Erzeugerorganisationen besetzt.
    Zu Beginn der Notierungssitzung werden alle Mitglieder der Notierungskommission von der LEL Schwäbisch Gmünd telefonisch und per online abrufbarer Tischvorlage über die aktuelle Situation am Obstmarkt, Notierungen anderer Anbaugebiete und die Großmarktpreise der vergangenen Woche informiert.
    Die eigentliche Notierung erfolgt im 2. Schritt getrennt nach Sorten und Kalibern.Die notierten Preise sind für den Notierungstag geschätzte Gleichgewichtspreise, zu denen nach Meinung der Kommission die größten Umsätze getätigt werden. Die Notierungskommission hat jetzt die Aufgabe, aus den Informationen der Marktberichterstattung und der eigenen Beurteilung der Marktlage, die Preise am Notierungstag möglichst genau zu beurteilen.Da die Einschätzung der Teilnehmer sehr unterschiedlich sein kann, geben für ein erstes Meinungsbild zunächst alle Teilnehmer ihre Preiseinschätzung für die anderen nicht einsehbar ab. Diese werden im Notierungsportal aufgezeigt.
    Anschließend wird auf Basis der aufgezeigten Preisvorstellungen geheim über jeden einzelnen Preis abgestimmt. Dazu dient als Grundlage der Mittelwert der Schätzungen. Wenn sich für den Vorschlag keine Mehrheit findet, werden höhere bzw. niedrigere Preisnennungen zur Abstimmung gegeben. Das Abstimmungsbild (z.B. 8:0) gibt die Einigkeit der Kommission wieder. Eine Notierungssitzung dauert je nach Sortenzahl ½ bis 1 Stunde.Die Notierungspreise sind weder empfohlene Preise noch Richtpreise, sondern stellen nur eine kurzgefasste Beurteilung der Marktlage dar. Die Veränderung zur Vorwoche gibt die Tendenz der Preisentwicklung an.Die tatsächlichen Preise können je nach Lieferumfang und Qualität durchaus von den Notierungen abweichen. Spitzenqualitäten, Kleinverkäufe etc. erzielen entsprechend mehr.
    Notiert werden großhandelsfähige Mengen durchschnittlicher Qualität in € je 100 kg netto, ohne Verpackungskosten, ab Station Bodensee.

  • Aufgaben des Marktbüros

    Die Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft und der ländlichen Räume (LEL Schwäbisch Gmünd), Abt. 4 Agrarmärkte und Ernährung, nimmt im Auftrag des Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Stuttgart) im Rahmen der Kernobstnotierung die Funktion eines neutralen Marktinformationsbüros wahr. Folgende Aufgaben werden laufend (wöchentlich) erledigt:
    Sammlung und Auswertung von Daten und Informationen zur Marktbeurteilung:aus der Bodenseeregion:- Informationsgespräche mit Marktleitern- Verkaufsabrechnungen aller organisierten Bodenseeobst-Vermarkter- Vorratsmengen aller Vermarkter- Daten über Erntemengen, etc.aus anderen Regionen:- Informationen aus den konkurrierenden Obstanbauregionen (vor allem Niederelbe, Steiermark, Südtirol, neben Frankreich, Schweiz, den Beneluxländern und Übersee)- Informationen zu konkurrierenden Obstarten (Erdbeeren, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche u.a.)
    Berichte und Auswertungen- an die Notierungskommission im Rahmen der Notierungssitzung- an die Bodenseeobst-Vermarkter- Veröffentlichung der Ergebnisse- Notierungsfax (Dienstag, direkt nach der Notierung) Ausführlicher Obstmarktbericht (Mittwoch) Landwirtschaftliche Fachzeitschriften und Wochenblätter- Auf dieser Website (aus datenrechtlichen Gründen erst Freitags)

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