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Milch

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Richard Riester
Abteilungsleiter Agrarmärkte und Qualitätssicherung

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Marktlage Milch

Am Weltmilchmarkt ist der Corona-bedingte Markteinbruch inzwischen einigermaßen überwunden. Dies zeigte sich auch am Global Dairy Trade Tender in Neuseeland, der sich im Juni und Juli um rund 10 % erholt hat. Allzu optimistisch dürften die Aussichten dennoch nicht sein, denn die Welt-Milcherzeugung wächst trotz der Corona-bedingten Absatz- und Handelsstörungen weiter. Die FAO erwartet für 2020 +0,8 % mehr Milch, die großen Exporteure lagen im Mai bei +0,7 %. Insbesondere die Südhemisphäre holte nach den ungünstigen Wetterbedingungen der letzten Jahre in den ersten 5 Monaten wieder um 3,4 % auf. Die globale Bilanz der ersten 5 Monate zeigt bei +2,0 % höherer Erzeugung und -2,9 % niedrigeren Exporten einen Bestandsaufbau von fast 3 Mio. t, davon rund 1,6 Mio. t in der EU. Hier schwächt sich der Zuwachs allerdings trockenheitsbedingt ab, in den ersten 5 Monaten lag der Vorjahresabstand noch bei +1,9 %, im Mai waren es noch +0,4 %. Die deutsche Erzeugung lag im Vergleich bei +1,1 % in den ersten 5 Monaten und bei +0,3 % in KW 29. In den ersten 5 Monaten mussten die EU und Neuseeland im Export jeweils einen Rückgang von rund 6 % hinnehmen, hier drängt sich die USA mit günstigen Offerten in die Märkte. Trotz fortwährender Handelsstreitigkeiten hat China der USA sogar 42 % mehr Milchprodukte abgenommen. Im Inland präsentiert sich der Markt aktuell trotz der laufenden Feriensaison ruhig und ausgeglichen. Der Spotmilchpreis konnte sich seit dem Tief von 20 ct/kg um Ostern wieder auf 32,5 ct/kg in KW 29 erholen.

Dass das schlimmste überstanden sei sollte, zeigt auch der Kieler Rohstoffwert Milch, der im Juni wieder auf 28,8 ct/kg angezogen hat und im Juli bei 30,1 ct/kg liegt.

Am Terminmarkt an der EEX in Leipzig zeigen sich die Kurse uneinheitlich und zuletzt schwächer. Abgeleitet ergäben sich daraus derzeit Erzeugerpreise von 29,5 ct/kg im September bis 32 ct/kg im Winter 20/21. Hier spielen die Sorgen um die weitere Entwicklung bei Corona ebenso eine Rolle, wie die globale Wirtschaftslage, die aktuelle Euro-Stärke und steigenden Bestände.

Die Auszahlungspreise der Molkereien haben in Folge der Corona-bedingten Markteinbrüche und der großen Unsicherheiten im April und Mai nachgegeben. In Baden-Württemberg lag der Rückgang von Feb. Zu Mai bei ‑2,2 ct/kg. Allerdings haben die Molkereien entsprechend ihrer Produkte und Absatzmärkte unterschiedlich reagiert. Die Abschläge reichten bis zu -5 ct/kg, so dass die Spanne im Mai zwischen den Molkereien im Land bis fast 7 ct/kg betrug. Im Juni erfolgten bereits wieder Korrekturen, die sich im Juli fortsetzen dürften. Für Juni wird in Baden-Württemberg ein Erzeugerpreis von 33,0 ct/kg erwartet.

Biomilch hat von Corona profitiert und einen Nachfrageschub erlebt. Im April wurde z.B. 21 % mehr Bio-Trinkmilch gegenüber +6,8 % konventioneller Trinkmilch von privaten Haushalten eingekauft. In Juni lag der Zuwachs weiter bei +18,2% gegenüber +8,5 %. Die Erzeugerpreise in Süddeutschland lagen nach Zahlen von Bioland im Juni bei 47,6 ct/kg. Mit der Trockenheit könnte Biomilch die nächsten Monate eher knapp werden, sodass die Preise anziehen dürften.

31.07.2020

Milchpreis Baden-Württemberg 15 Jahre
Milchpreis Baden-württemberg
Milchpreis Deutschland

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AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 11 Milch

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Jahresheft Milch

Das Jahresheft Milch 2010 erhalten Sie hier.

Milchinhaltsstoffe Baden-Württemberg
Milchanlieferung Baden-Württemberg
Milchpreis Baden-Württemberg & Deutschland 15 Jahre
Milchkühe 2019
Class III Milchkontraktkurse CME Chicago (in €)
Class III Milchkontraktkurse CME Chicago (in $)
Flüssigmilch Kontrakte EEX
Monatlicher Milchpreis


Amtliche Preisfeststellung für Milch

(Erzeugerpreise in Cent/kg, ab Hof, ohne Mwst)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kumuliert

 

Jahr

Jan

Feb

Mrz

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Sep

Okt

Nov

Dez

(Jan-Mai)

Jahr

Baden-Württemberg

2018

36,2

35,3

34,7

34,3

34,1

34,3

34,7

35,2

35,6

36,0

36,3

36,3

34,9

36,5

2019

35,7

35,6 35,3 35,2 34,9 34,8 34,5 34,4 34,5 34,6 34,8

34,8

35,3

35,8

2020

34,7 34,9 34,6 33,3 32,7 s33,0 34,0

± ct/kg

-1,0 -0,7 -0,7 -1,9 -2,3 -1,8 -1,3

Bayern

2018

37,5

36,5

35,4

34,1

34,0

34,3

34,6

34,8

35,3

35,8

35,9

35,9

35,5

36,0

2019

35,6

35,5 35,4 35,1 34,6 34,2 33,9 33,8 33,8 33,9 34,0 34,0

35,2

35,2

2020

34,3 34,5 34,6 34,0 32,8 34,0

± ct/kg

-1,3 -1,0 -0,8 -1,1 -1,7 -1,2

Deutschland

2018

35,5

33,4

32,7

32,2

32,2

32,7

33,3

34,0

34,7

35,1

35,3

34,7

33,2

34,4

2019

33,8

 33,7 33,5 33,3 33,0 32,9 32,7 32,6 32,7 32,9 33,0 33,3

33,5

33,7

2020

33,2 33,3 33,4 32,7 31,4 32,8

± ct/kg

-0,6 -0,4 -0,1 -0,6 -1,6 -0,7

Erzeugerpreise für konventionell erzeugte Kuhmilch nach Erzeugerstandort (bei 4,0% Fett und 3,4% Eiweiß) nach der Meldeverordnung Milch,
einschließlich Zuschlägen (S-Klasse, Verwertung, Saison, Liefermengen, etc.), abzüglich Abzügen (Kl. 2, Zellen, Hemmstoffe, etc.),
abzüglich bundeseinheitlicher und landesspezifischer Abgaben (soweit auf den Milchgeldabrechnungen ausgewiesen).
Monatswerte und kumulierte Werte ohne , Jahreswerte mit Nach- und Abschlusszahlungen. Nach- und Abschlusszahlungen
werden auf das Jahr des Auszahlungszeitpunktes angerechnet. Die BLE behält sich die Änderungen der Ergebnisse vor.
s) Schätzung LEL
Quelle: BL

jährlicher Milchpreis

Kalenderjahr

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Fettgehalt (in %) 4,22 4,20 4,17 4,17 4,17 4,17 4,17 4,14 4,18 4,17 4,14 4,15 4,12 4,09 4,06 4,13
Eiweißgehalt (in %) 3,44 3,43 3,40 3,42 3,40 3,40 3,41 3,40 3,42 3,41 3,41 3,41 3,43 3,44 3,45 3,47
Nettofettwert (in Ct / % Fett) 3,00 3,00 2,72 2,70 2,69 2,71 2,71 2,72 . . . . . . .
Nettoeiweißwert (in Ct / % Eiweiß) 3,81 3,81 4,10 4,17 4,17 4,12 4,13 4,12 . . . . . . .
Erzeugerpreis Rohmilch, Molkereistandort, 4,0% Fett, 3,4 % Eiweiß (in Ct/kg, o. MwSt.) 28,94 28,51 28,15 34,24 36,48 25,73 31,34 35,30 31,79 37,51 .
. . . .
Erzeugerpreis konventionelle Kuhmilch, Erzeugerstandort, 4,0% Fett, 3,4 % Eiweiß (in Ct/kg, o. MwSt.) . . . . . . . . 31,78 37,51 37,58 29,29 26,73 36,19 34,37 33,70
Quelle: LEL Schwäbisch Gmünd (bis 2008), BLE Bonn (ab 2009)

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