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Brotgetreide

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Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


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Marktlage Getreide

Welt: Die Welt blickt weiter auf eine solide Getreideversorgung. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit einem deutlichen Aufbau der Welt-Getreideendbestände auf ein solides Niveau von rund 655 Mio.t zum 30.06.2018 folgte mit 2018/19 erstmals wieder ein Getreidewirtschaftsjahr, in welchem die Bilanz ein Defizit aufwies. Der Endbestand wurde zum 30.06.2019 auf 628 Mio.t abgebaut. Aber bereits in der aktuellen Saison 2019/20 ist wieder ein leichtes Plus zu verzeichnen. Einer Erzeugung von 2.170 Mio.t steht ein Verbrauch von 2.153 Mio.t gegenüber. Entsprechend soll der Endbestand zum 30.06.2020 auf 641 Mio.t ansteigen. Für die kommende Saison 2020/21 hat das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) in seiner ersten Schätzung im Mai ebenfalls ein positives Bild gezeichnet. Im kommenden Getreidewirtschaftsjahr sollen rund 2.250 Mio.t Getreide erzeugt werden. Bei einem Verbrauch von 2.196 Mio.t ergäbe sich ein Anstieg der Endbestände auf knapp 684 Mio.t. Der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, stiege damit für 2020/21 auf satte 31,1 %.
Europa: Im Maibericht 2020 taxierte die EU-Kommission die Getreideernte der EU-27 auf rund 294 Mio.t, den Verbrauch auf rund 261,3 Mio.t. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 112,5 % brachte die Ernte 2019 damit das zweitbeste Ergebnis seit 2014/15. Im Vergleich zur Märzschätzung wurde eine marginale Abwärtskorrektur von rund 0,3 Mio.t gemacht. Obwohl der Export in Drittländer mit 48 Mio.t in dieser Saison als sehr gut eingeschätzt wird, sorgt die gute Ernte 2019 auch für ein Anwachsen der Endbestände auf 48,5 Mio.t. Für die neue Ernte 2020/21 wurden die Erwartungen allerdings aufgrund der herrschenden Trockenheit in weiten Teilen Europas bereits mehrfach leicht nach unten korrigiert. Erwartet wird in der EU-27 eine Produktion von 287 Mio.t, rund 7 Mio.t weniger als im Vorjahr.
Deutschland:
Die deutsche Getreideernte 2019 mit Mais wurde von Statistischen Bundesamt Anfang Februar mit 44,302 Mio.t festgestellt (Vj. 37,948). Die neue Ernte 2020 schätzt der DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V. in seiner 3. Schätzung von Mitte Mai auf 44,584 Mio.t. Weniger Weizen, geringfügig weniger Gerste, aber mehr Körnermais sollen das Ergebnis richten. Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 22,4 Mio.t gesehen, ein Minus von -2,9 % zum Vorjahr. Die Gerstenernte soll 11,3 Mio.t betragen, ein Minus von -1,1 %. Mehr Körnermais mit knapp 4,4 Mio.t durch mehr Fläche und einen höheren Ertrag soll ein Plus von 19,3 % zum Vorjahr bringen.

29.05.2020

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AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 2 Getreide

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Marktlage Weizen

Die Weizenbilanz 2019/20 fiel mit einer Erzeugung von 764,3 Mio.t und einem Verbrauch von 744,9 Mio.t positiv aus. Der Endbestand zum 30.06.2020 steigt voraussichtlich auf einen Wert von 295,1 Mio. t (stock-to-use-ratio = 39,6 %). Auch für 2020/21 sieht das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) eine erneut positive Bilanz. Einer Ernte von 768,5 Mio.t soll ein Verbrauch von 748,4 Mio.t gegenüberstehen. Damit würden der Endbestand mit 310,1 Mio.t erstmals die 300 Mio.t-Marke übersteigen. In der EU-27 bestätigt die Kommission die Weizenernte 2019 (einschl. Durum) in ihrer Maischätzung bei 138,2 Mio.t. Damit wurde im vergangenen Jahr, ähnlich wie bei Mais, das zweitbeste Ernteergebnis aller Zeiten gedroschen. Nur 2014/15 war die Ernte noch besser. Für 2020/21 soll die Weizenernte aufgrund der aktuellen Frühjahrstrockenheit in weiten Teilen Europas geringer ausfallen. Auf nur 128,8 Mio.t beläuft sich die aktuelle Schätzung. In Deutschland sind 2019 rund 23,06 Mio.t Weizen gedroschen worden. Für die neue Ernte 2020 sieht der DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V. eine Weizenmenge von 22,39 Mio.t. bei einem Durchschnittsertrag von 76,8 dt/ha. Mit aktuellen Erzeugerpreisen um 16,20 €/dt konnte auch der Brotweizen in den zurückliegenden Wochen leicht zulegen. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung als solide, so dass ein Weg für die Weizenpreise weiter nach oben eher beschwerlich aussieht. Kurzfristige Unterstützung erfuhr der Weizen durch Versorgungsängste im Markt wegen der Corona-Krise. Mit Blick auf die neue Ernte ist eher mit einem leichten Rückgang der Preise zu rechnen, sofern sich weltweit keine Katastrophen anbahnen.

29.05.2020

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2019
Terminmarkt Weizen

Sowohl die aktuelle Welt-Weizenbilanz als auch die Prognose für 2020/21 zeigen sich überschüssig. Kommt es so wie es das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) in seiner Maischätzung prognostiziert hat, dann werden die Welt-Weizen-Endbestände zum 30.06.2021 erstmal auf über 300 Mio.t anwachsen. Nach einem Absturz auf 510 US-Cent/bushel aufgrund der Coronakrise Mitte März konnte sich der US-Weizen (DEZ20) an der CBoT (Chicago Board of Trade) zunächst wieder auf 570 US-Cent/bushel erholen. In den letzten Wochen erfolgte ein erneuter Kurseinbruch, so dass der DEZ20 aktuell knapp über 500 US-Cent/bushel notiert. Der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse EURONEXT in Paris (ehem. MATIF) für den DEZ20 verlief hingegen moderater. Nach dem Corona-bedingten Einbruch Mitte März auf 176,- €/t konnte sich der Kurs wieder auf ein Niveau von rund 190,- €/t erholen und bewegt sich aktuell seitwärts. Mit Blick auf die neue Getreideernte in 2020/21 wird allerdings befürchtet, dass sich die Kurse erneut rückläufig zeigen könnten.

29.05.2020

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen
Die Roggenernte 2019 wird vom Statistischen Bundesamt mit 3,24 Mio.t angegeben. In Deutschland standen rund 636.300 ha (Vj. 523.000), in Baden-Württemberg waren es 9.400 ha (Vj. 8.300) Roggen auf den Feldern. Der Ertrag lag im Bundesdurchschnitt mit 50,9 dt/ha deutlich über dem Vorjahr (42,1). Für 2020 schätzt der DRV die Roggenernte auf rund 3,62 Mio.t. Sowohl die Anbaufläche soll mit 661 Tsd.ha etwas größer ausfallen, ebenso der Ertrag mit 54,8 dt/ha. Auf EU-27-Ebene wurde die Roggenernte 2019/20 auf 8,24 Mio.t geschätzt. 2020 sollen es 8,69 Mio.t sein. Die Erzeugerpreise für Brotroggen litten, ähnlich wie andere Getreidepreise, deutlich unter dem Erntedruck. Mit Nennungen um 13,50 €/dt waren die Preise zum Ende der Ernte 2019 eher am unteren Level angekommen. Bis zum Jahresende machte sich eine gewisse Befestigung bemerkbar. Mitte des 1. Quartals 2020 wurden bundesweit Erzeugerpreise um 14,40 €/dt genannt. Inzwischen waren die Preise wieder leicht rückläufig. Aktuell werden im Markt Preise bei 13,70 €/dt aufgerufen. Leichte Unterstützung erfährt auch Roggen durch gewisse Versorgungsängste im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Auf Großhandelsebene notierte Brotroggen franko Mannheim zuletzt zwischen 16,00 bis 16,50 €/dt.
29.05.2020
Winterroggen 2019
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8 16,3 16,7

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2 15,8 16,2

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0 15,9* 15,2*

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8 17,7

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3 17,1

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

14,3* 16,9*

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.
*) Preise AMI Deutschland

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