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Brotgetreide

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Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


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Marktlage Getreide


Welt: Die Welt blickt weiter auf eine solide Getreideversorgung, auch wenn das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) die Getreideernte 2020/21 in der Julischätzung deutlich nach unten korrigierte. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit überwiegend positiven Bilanzen sind die Welt-Getreideendbestände zum 30.06.2020 auf ein solides Niveau von rund 637 Mio.t angewachsen. Das aktuelle Getreidewirtschaftsjahr 2020/21 soll eine Ernte von 2.231 Mio.t bringen. Der Verbrauch wird mit 2.199 Mio.t deutlich darunter gesehen. Als Folge ergäbe sich ein Anstieg der Endbestände auf gut 657 Mio.t. Der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, stiege damit für 2020/21 auf 29,9%.
Europa: Im Aprilbericht 2020 taxierte die EU-Kommission die Getreideernte 2020/21 der EU-27 noch auf knapp 290 Mio.t, den Verbrauch auf 261,3 Mio.t. Inzwischen wurden die Erwartungen aufgrund der Trockenheit in weiten Bereichen der Mitgliedsstaaten auf 274,3 Mio.t abgesenkt. Damit sinkt der Selbstversorgungsgrad mit 105,1% in Bezug auf den Durchschnitt der letzten 10 Jahre (107,5%) auf einen unterdurchschnittlichen Wert. Bei gleichbleibenden Exporten (39,2 Mio.t) und etwas rückläufig eingeschätzten Importen (26,4 Mio.t) wären die Endbestände zum 30.06.2021 auf 44,7 Mio.t rückläufig. Damit lägen diese praktisch auf Vorjahresniveau (44,3 Mio.t).
Deutschland: Die deutsche Getreideernte 2019 mit Mais wurde von Statistischen Bundesamt Anfang Februar mit 44,3 Mio.t festgestellt (Vj. 37,95). Nach ersten Zahlen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) liegt die deutsche Getreideernte 2020 (ohne Mais) mit nur 39,1 Mio.t knapp 4% unter dem Vorjahresergebnis (40,6) bzw. 6% unter dem 5-Jahresmittel (41,6). Weniger Weizen, weniger Gerste, aber etwas mehr Körnermais führen zu diesem Ergebnis. Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 21,88 Mio.t gesehen, ein Minus von -5,1 % zum Vorjahr. Die Gerstenernte soll 10,89 Mio.t betragen, ein Minus von -6,1 %. Mehr Körnermais mit knapp 3,87 Mio.t durch etwas mehr Fläche und einen leicht höheren Ertrag soll ein Plus von 5,7 % zum Vorjahr bringen.

30.09.2020

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AGRARMÄRKTE 2020

Kapitel 2 Getreide

Text 
Folien 

Marktlage Weizen


Das Jahr 2019/20 schloss mit einer Weizenerzeugung von 764 Mio.t und einem Verbrauch von 741 Mio.t mit einem positiven Ergebnis. Der Endbestand zum 30.06.2020 stieg auf einen Wert von 300 Mio. t (stock-to-use-ratio = 40,5 %). Für 2020/21 sieht das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) in seiner Septemberschätzung erneut eine positive Bilanz, auch wenn die Erwartungen in der Julischätzung deutlich nach unten korrigiert wurden. Einer Ernte von 771 Mio.t soll ein Verbrauch von 747 Mio.t gegenüberstehen. Damit würde der Endbestand mit gut 319 Mio.t erstmals die 300 Mio.t-Marke deutlich übersteigen. In der EU-27 bestätigt die Kommission die Weizenernte 2019 (einschl. Durum) in ihrer Septemberschätzung bei gut 138 Mio.t. Damit wurde im vergangenen Jahr, ähnlich wie bei Mais, das zweitbeste Ernteergebnis aller Zeiten gedroschen. Nur 2014/15 war die Ernte noch besser. Für 2020/21 fällt die Weizenernte aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Europas geringer aus. Auf nur 123 Mio.t beläuft sich die Septemberschätzung. In Deutschland ist 2020 nach Zahlen des BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) eine Weizenmenge von 21,88 Mio.t. bei einem Durchschnittsertrag von 77,2 dt/ha gedroschen worden (Vj: 23,06 Mio.t; 74 dt/ha). Mit aktuellen Erzeugerpreisen um 15,50 €/dt scheint sich der Brotweizen zwischenzeitlich etwas vom Erntedruck befreien zu können. Direkt in der Ernte lagen die Preise um 15 €/dt. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung als solide, so dass ein Weg für die Weizenpreise weiter nach oben eher begrenzt ist. Mit Blick auf die aktuellen Fakten wie ASP-Ausbruch in Deutschland und weitere Entwicklung der Corona-Krise könnte auch die Gefahr bestehen, dass die Weizenkurse und –preise wieder leicht rückläufig sein könnten.

30.09.2020

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2019
Terminmarkt Weizen

Die aktuelle Welt-Weizenbilanz 2020/21 zeigt sich weiter überschüssig. Kommt es so wie es das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) in seiner Septemberschätzung prognostiziert hat, dann werden die Welt-Weizen-Endbestände zum 30.06.2021 mit 319 Mio.t erstmals deutlich über die 300 Mio.t-Marke anwachsen. Nach einem Tief bei gut 480 US-Cent/bushel Ende Juni konnte sich US-Weizen (DEZ20) an der CBoT (Chicago Board of Trade) wieder auf ein Hoch von zuletzt 575 US-Cent/bushel befestigen. Derzeit tendiert US-Weizen seitwärts in einem Band um 550 US-Cent/bushel. Der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse EURONEXT in Paris (ehem. MATIF) für den DEZ20 verlief in den zurückliegenden Wochen steil aufwärts bis auf Werte um 195 €/t. Aktuelle scheint er damit an eine Grenze gestoßen zu sein. Marktbeobachter äußern derzeit Befürchtungen, dass negative Impulse von ASP und Corona wieder eine Abwärtsbewegung auslösen könnten.

30.09.2020

Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen

Die Roggenernte 2020 wird vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) mit 3,5 Mio.t angegeben. In Deutschland standen rund 634.000 ha (Vj. 636.000) Roggen auf den Feldern. Der Ertrag lag im Bundesdurchschnitt mit 55,1 dt/ha deutlich über dem Vorjahr (50,9). Auf EU-27-Ebene wird die Roggenernte 2020/21 auf 8,74 Mio.t ge-schätzt (Vjh. 8,26). Die Erzeugerpreise für Brotroggen zeigen sich seit der Ernte leicht unter Druck. Mit Preisen bei 13,20 €/dt stieg Brotroggen im Süden in die Vermarktungssaison ein. Aktuell haben sich die Preise mit Werten um 13,70 €/dt leicht stabilisiert. Auf Großhandels-ebene notierte Brotroggen franko Mannheim zuletzt zwischen 16,00 bis 16,20 €/dt.

30.09.2020

Winterroggen 2019
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8 16,3 16,7

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2 15,8 16,2

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0 15,9* 15,2*

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

19/20

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8 17,7 15,9

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3 17,1 15,5

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

14,3* 16,9* 13,9*

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.
*) Preise AMI Deutschland

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