Schweine

Schlachtschwein

Bei den Schlachtschweinepreisen scheint die Talsohle immer noch nicht erreicht zu sein. In KW 39 ist die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) um 1 ct auf das Niveau von 1,24 €/kg SG gefallen, nachdem sich der Preis zuletzt drei Wochen lang bei 1,25 €/kg SG halten konnte. Sowohl im Inland als auch am EU-Binnenmarkt herrscht derzeit eine Absatzkrise. Die Kühl- und Gefrierlagerbestände sind so voll, wie nie zuvor. Grund dafür ist die stark eingebrochene Nachfrage aus China. Dort sind die Tierzahlen mittlerweile wieder auf das Niveau vor dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, welche die Schweinebestände in China sehr stark dezimiert hatte, angestiegen. Zudem hat die Angst vor einer weiteren ASP-Welle in China zu einem Anstieg der Schlachtungen und damit zu gefallenen Preisen sowie einem sinkenden Importbedarf geführt. Viele auslaufende Kontrakte der Chinesen mit exportierenden EU-Ländern wurden seit dem Frühsommer nicht mehr verlängert. Dadurch drängt derzeit vermehrt Schweinefleisch aus Chinas Hauptlieferländer Spanien, Dänemark und den Niederlanden auf den Binnenmarkt. Das Überangebot erschwert den innereuropäischen Handel und setzt die Preise EU-weit unter Druck. Dies ist besonders bitter für den deutschen Schweinemarkt, der seit den ersten ASP-Fällen im Herbst 2020 für den Export nach China gesperrt und daher verstärkt auf den innereuropäischen Absatz angewiesen ist. Italien und die Niederlande sind seitdem zu den wichtigsten Exportländern für deutsches Schweinefleisch geworden. Neben dem Export schwächelt in Deutschland aber auch der Absatz im Inland. Die negativen Folgen der Pandemie sind noch immer durch Absatzeinbußen aufgrund fehlende Großveranstaltungen spürbar. Zudem ist die Grillsaison im Zuge der nasse und kühle Witterung im Frühjahr und Sommer völlig unbefriedigend verlaufen. Hinzu kommt, dass auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Schweinefleisch (ca. 32 kg/Kopf) seit Jahren rückläufig ist. Gleichzeitig ist das Angebot an schlachtreifen Schweinen in Deutschland so niedrig wie zuletzt 2007. Das führte in den letzten Monaten bei der Preisfindung immer wieder zu Konflikten um marktkonforme Auszahlungspreise zwischen der VEZG und führenden Schlachtunternehmen. Diese versuchten mehrfach mit Hauspreisen für „freie“ (nicht vertraglich gebundene) Schweine Druck auf den VEZG-Preis auszuüben. Denn auch in den Schlachtunternehmen sind die Kosten u.a. durch das Verbot der Werkverträge gestiegen. Verschlimmert wird die schlechte Erlössituation der Schweinehalter durch die stark gestiegenen Kosten für Futtermittel, die sich mit der unbefriedigenden Ernte nicht entspannt haben. Auch die Kosten für Energie und Personal sowie die Baukosten steigen stetig. Aufgrund der schlechten Erlössituation in Kombination mit den enorm gestiegenen Kosten haben Landwirte vermehrt ihr Getreide verkauft und lassen ihre Mastställe leer stehen. Der Druck auf die Landwirte steigt auch mit der Ankündigung aus dem Lebensmitteleinzelhandel, bis zum Jahr 2030 das Schweinefleischsortiment auf die Haltungsstufen 3 und 4 (Außenklima bzw. Freiland) umstellen zu wollen. Etwa ein Drittel der deutschen Schweine werden derzeit nach dem Standard der Initiative Tierwohl (ITW) in der Haltungsstufe 2 produziert, doch teilweise wurde der ITW-Bonus von 5,28 €/Schwein in anderen Bundesländern nicht an alle teilnehmenden Landwirte bezahlt, weil der Absatz von ITW-Fleisch stockte.

Aktuell ist der Schlachtschweinemarkt in Deutschland zweigeteilt. Während im mehr exportorientierten Nordwesten aufgrund der Personalengpässe in der Schlachtung und Zerlegung die Aufnahmefähigkeit der Schlachtunternehmen begrenzt wird und die Lebendvermarktung daher schwierig bleibt, stehen sich im Süden Angebot und Nachfrage nach schlachtreifen Schweinen relativ ausgeglichen gegenüber.
In Baden-Württemberg wirkten sich die verschiedenen Qualitäts- und Regionalprogramme positiv auf die Schlachtschweineerlöse aus. In KW 39 lag der Preis für Schlachtschweine Hkl. E mit 1,40 €/kg SG um 12 ct/kg SG über dem Nordwesten.
Bio-Schlacht­schweine (S-P) erlösten im August in Deutschland 3,88 €/kg SG (+21 ct/kg gg. Vj.).

30.10.2021

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