Schlachtschwein

Schweine

Schweine

Mit der Corona-Epidemie kam es ab März im Handel mit Schlachtschweinen in Folge des fehlenden Außer-Haus-Konsums und des stockenden Exports zunehmend zu Preisdruck. Ab Mai bot der Fleischmarkt mit dem Wiederanlaufen der Gastronomie europaweit dann wieder Impulse. Die Stabilisierung hielt jedoch nur bis Mitte Juni an, danach führte die Corona-bedingte Schließung des größten deutschen Schlachthofs für Schweine in Rheda-Wiedenbrück zu einem zweiten Preisrutsch um 19 ct/kg auf einen VEZG-Preis von 1,47 €/kg SG. In Folge der Schließung hatte sich vor allem in Nordwestdeutschland ein erheblicher Rückstau an schlachtreifen Schweinen aufgebaut, der auch dazu führte, dass Mastställe nicht leer wurden und keine Ferkel eingestallt werden konnten. Anfang Juli erreichten die Schlachtgewichte in Deutschland dadurch in der Spitze über 98 kg/Schwein. Als zusätzliches Problem gesellte sich der Personalmangel in der Zerlegung und Schlachtung hinzu. Ursachen waren das Wegbleiben rumänischen Personals in Folge der Quarantänevorgaben ab dem 7. August und deren abnehmendes Interesse im Schlachtbereich zu arbeiten. Osteuropäische Werkvertragnehmer wollen in möglichst kurzer Zeit viel Geld verdienen und sich nicht deutschem Arbeitsrecht unterwerfen. Trotz der Wiedereröffnung von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück war es wegen der in ganz Deutschland Corona- und personalbedingt verminderten Schlacht- und Zerlegekapazitäten nicht möglich, den über 10 Wochen aufgestauten Überhang an schlachtreifen Schweinen zu schlachten und zu zerlegen. Der Schlachtschweinemarkt gestaltete sich entsprechend schwierig. Gleichzeitig reichte das geringere Angebot gut für die ebenfalls ruhige Nachfrage. Die deutschen Probleme wirkten sich auch auf große Teile der EU aus. Zudem wurde neben deutschen auch mehreren europäischen Betrieben Corona-bedingt die Zulassung für den Export von Schweinefleisch nach China entzogen. Diese Ware belastete den innereuropäischen Markt zusätzlich. Vom Chinaexport profitierten deshalb hauptsächlich die spanischen Schlachtunternehmen. In Deutschland ist am 10. September mit dem ersten Fund eines toten Wildschweins das lange befürchtete Horrorszenario ASP und der dritte Preisrutsch in diesem Jahr eingetreten. In einer außerordentlichen Sitzung am 11. September musste der VEZG-Preis um weitere 20 ct/kg auf 1,27 €/kg SG zurückgenommen. Binnen weniger Tage sperrten China, Südkorea, Japan und Mexiko Schweinefleischimporte aus Deutschland. Seither wurde die Preisempfehlung unverändert stehen gelassen. Die Schlachthöfe arbeiten an den Corona- und arbeitskräftebedingt eingeschränkten Kapazitätsgrenzen. Die verringerten Kapazitäten führen derzeit wieder zu einem Aufstauen schlachtreifer Schweine, da das saisonal größere Angebot nicht zeitnah geschlachtet werden kann. Am Fleischmarkt fließen die Mengen problemlos ab, Schlachtnebenprodukte leiden allerdings unter einem massiven Preisverfall. In den übrigen EU-Ländern zeigt sich ein von Nord nach Süd abnehmender Einfluss der deutschen Preisentwicklung. Im Südwesten wurde in KW 39 für Schweine der Klasse S-P 1,35 €/kg SG bezahlt. Bio-Schlachtschweine aller Handelsklassen erlösten im August in Deutschland 3,67 €/kg SG (+3 ct/kg gg. Vj.).

30.09.2020

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