Schweine

Schlachtschwein

Der Schlachtschweinemarkt hat 2020 durch das unglückliche Zusammentreffen der Corona-Pandemie und der ersten ASP-Fälle in Deutschland einen beispiellosen Preiseinbruch erlebt. Ausgehend von 2,02 €/kg SG im Februar 2020 brach der VEZG-Preis bis Ende November auf 1,19 €/kg zusammen. Der Einbruch erfolgte in vier großen Schritten: 1. Der erste Lockdown in März, durch den fehlenden Außer-Haus-Konsum und den stockenden Export, 2. im Juni die zeitweilige Corona-bedingte Schließung des größten deutschen Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück, 3. im September der erste ASP-Fall in Deutschland und die anschließende Importsperre für deutsches Schweinefleisch durch aller wichtigen Drittländer und schließlich 4. Im November neuerliche europaweite Lockdown-Maßnahmen sowie die Sperre dänischer Schweineexporte nach China in Folge der Corona-Reinfektion von erkrankten Nerzen. Das größte Problem am deutschen Schlachtschweinemarkt sind ein sich seit dem Spätsommer aufstauendes Lebendangebot an Schlachtschweinen. Ursache waren allgemeine Einschränkungen der Schlachtkapazitäten durch Corona-Vorsichtsmaßnahmen und quarantänebedingt fehlende Mitarbeiter. Hinzu kamen immer wieder örtliche Corona-Infektionen unter Mitarbeitern, die die betroffenen Betriebe einschränkte. In Summe hatte sich so ein Stau an schlachtreifen Schweinen aufgebaut, der nach verschiedenen Schätzungen nach dem Jahreswechsel über 1 Mio. Schweine umfasste. Die Schlachtgewichte haben vielerorts die 100 kg-Marke deutlich überschritten.  Der Außer-Haus-Verzehr ist durch den andauernden Lockdown europaweit nach wie vor auf ein Minimum reduziert. Dagegen verzeichnete der Lebensmitteleinzelhandel als derzeit einzig intakter Absatzweg Rekordumsätze bei Frischfleisch und Verarbeitungsprodukten. Nach dem Jahreswechsel hat sich das Absatztempo saisonal etwas reduziert und das geringere Angebot reichte gut für die ruhige Nachfrage. Entlastung für den europäischen Markt bringen die umfangreichen China-Exporte an denen Deutschland allerdings nicht teilhaben kann. Für Deutschland ist mit der Wiedereröffnung des thailändischen Marktes eine erste positive Entwicklung im Drittlandabsatz zu erkennen, wobei dieser Markt mengenmäßig allerdings kaum ins Gewicht fällt. Entsprechend verharrt der VEZG-Preis nunmehr in der 12. Woche auf dem extrem tiefen Niveau von 1,19 €/kg SG. Mittlerweile zeichnet sich ein zügiger Abbau des Überhangs ab. Aktuelle Schätzungen gehen von einer Abbaurate von derzeit 90.000 Schweinen pro Woche aus. Dazu tragen mehrere Faktoren bei: Saisonal ist das herbstliche Angebotshoch einem üblichen winterlich niedrigeren Angebot gewichen. Dies wird durch seit September um wöchentlich ca. 40.000 Tiere reduzierte Ferkelimporte aus den Niederlanden und Dänemark und zum anderen durch ein stark rückläufiges Angebot an deutschen Ferkeln unterstützt. Zudem zeichnet sich ab, dass das Angebot im weiteren Jahresverlauf noch stärker zurückgehen wird, da speziell die Betriebsaufgaben dann erst sichtbar werden. Wie schnell die preisliche Gegenreaktion kommt und wie stark diese ausfallen wird, ist derzeit schwer abzuschätzen. Die zu erwartenden Preise dürften angesichts der weiter geschlossenen Drittlandmärkte allerdings kaum an vergangenen Rekordpreise anknüpfen können. Deshalb ist eine rasche Wiedereröffnung weiterer asiatische Destinationen wichtig. In KW 03 lagen die Auszahlungspreis der Schlachtereien in Baden-Württemberg dank verschiedenen Programme und Mindestpreisverträge namhafter Schlachtunternehmen und Lebensmittelhändler für E-Schweine mit 1,35 €/kg um 15 ct/kg über dem Niveau in Nordwestdeutschland. Bio-Schlachtschweine aller Handelsklassen erlösten im Dezember in Deutschland 3,68 €/kg SG (-1 ct/kg gg. Vj.). 

31.01.2021

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