Schweine

Schlachtschwein

Mit der Corona-Epidemie kam es ab März im Handel mit Schlachtschweinen in Folge des fehlenden Außer-Haus-Konsums und des stockenden Exports zunehmend zu Preisdruck. Ab Mai bot der Fleischmarkt mit dem Wiederanlaufen der Gastronomie europaweit wieder Impulse. Die Stabilisierung hielt jedoch nur bis Mitte Juni an, danach führte die Corona-bedingte Schließung des größten deutschen Schlachthofs für Schweine in Rheda-Wiedenbrück zu einem zweiten Preisrutsch. In Folge der Schließung gab es vor allem in Nordwestdeutschland einen erheblichen Rückstau an schlachtreifen Schweinen. Auch nach der Wiedereröffnung war es wegen des in ganz Deutschland herrschenden Personalmangels und der Corona-bedingt verminderten Schlacht- und Zerlegekapazitäten nicht möglich den über 10 Wochen aufgestauten Überhang zu schlachten und zu zerlegen. Der Schlachtschweinemarkt gestaltete sich entsprechend schwierig. Gleichzeitig reichte das geringere Angebot gut für die ruhige Nachfrage. Die deutschen Probleme wirkten sich auch auf große Teile der EU aus. Zudem wurde neben deutschen auch mehreren europäischen Betrieben Corona-bedingt die Zulassung für den Export von Schweinefleisch nach China entzogen. Diese Ware belastete den innereuropäischen Markt zusätzlich. Vom Chinaexport profitierten deshalb hauptsächlich die spanischen Schlachtunternehmen. Den dritten Preisrutsch verursachte dann Anfang September der Fund des ersten an ASP verendeten Wildschweins in Deutschland nahe der polnischen Grenze. Binnen weniger Tage sperrten 14 Drittländer, allen voran China Importe aus Deutschland. Entsprechend sackten die Schweine- und in deren Gefolge auch die Ferkelpreise weiter ab. Danach wurde die Preisempfehlung unverändert stehen gelassen. Die Corona- und arbeitskräftebedingt eingeschränkten Kapazitäten der Schlachthöfe reichen seit September nicht aus, um das saisonal steigende Angebot an Schlachtschweinen termingerecht zu schlachten. Entsprechend hat sich seither ein Stau an schlachtreifen Schweinen aufgebaut, der nach verschiedenen Schätzungen über 600.000 Schweine und damit fast eine Wochenschlachtung umfasst. Die Schlachtgewichte haben vielerorts die 100 kg-Marke überschritten. Den vierten Preisrutsch erlebten die Schweinehalter nun Mitte November in Folge der neuerlichen Corona-Einschränkungen, des europaweiten Teil-Lockdowns und der Sperre dänischer Schweineexporte nach China in Folge der Corona-Reinfektion von erkrankten Nerzen. Diese führt europaweit zu einem harten Verdrängungswettbewerb und Konkurrenzkampf und brachte auch den bis dahin einigermaßen stabilen Fleischmarkt unter Druck. Aktuell liegt der VEZG-Preis nun bei 1,19 €/kg SG. In Baden-Württemberg konnte in KW 47 dank verschiedener Programmen namhafter Schlachtunternehmen und Lebensmittelhändler mit 1,34 €/kg für E-Schweine 11 ct/kg mehr an die Mäster bezahlt werden als in Nordwestdeutschland. Bio-Schlachtschweine aller Handelsklassen erlösten im Oktober in Deutschland 3,66 €/kg SG (+3 ct/kg gg. Vj.).

30.11.2020

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