Milch

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Der Weltmilchmarkt zeigt sich trotz steigender Erzeugung positiv gestimmt. Der Global Dairy Trade Tender in Neuseeland notiert seit Mitte November fünf Mal in Folge im Plus und hat seither 17 % gut gemacht. Dies ist erstaunlich, da die 9 global größten Exporteure 2020 bis eischließlich November 1,9 % mehr Milch erzeugten und in der Südhemisphäre der Vorsprung sogar bei +3,1 % liegt. Auch die Corona-bedingten Absatz- und Handelsstörungen wirken sich nicht negativ aus. Preisdämpfend auf die Milchwirtschaft der EU wirken die 1,7 % höheren Anlieferungen und das ungünstige Wechselkursverhältnis zum Dollar. Dadurch erlösen europäische Exporteure auf Drittlandmärkten bei gleichem Preis in Dollar rund 10 % weniger in Euro. Die EU-Bilanz der ersten 10 Monate zeigt bei 1,7 % höherer Erzeugung, 13,9 % niedrigeren Importen, 3,9 % niedrigeren Exporten und 0,3 % gestiegenem Verbrauch einen Bestandsaufbau von 2,5 Mio. t. In der EU sind Italien, Polen, Irland und die Niederlande für mehr als die Hälfte der 2,4 Mio. t höheren Erzeugung verantwortlich. Die deutsche Erzeugung lag im Vergleich dazu bis einschließlich November bei +0,5 % und bei -1,9 % in KW 03. Ursache der seit Sommer rückläufigen Milchanlieferungen sind die abnehmenden Kuhzahlen und die nicht zur Mehrerzeugung motivierenden Erzeugerpreise. In Deutschland ist der Spotmilchpreis über Weihnachten in Folge der gedämpften Milchanlieferung nur auf 28 ct/kg abgesackt und hat sich seither relativ schnell wieder auf 31,4 ct/kg in KW 03 erholt. Rohstoffseitig hat insbesondere Magermilchkonzentrat angezogen. Der Kieler Rohstoffwert, der im Mai bis auf 27 ct/kg zurückging, hat sich bis Dezember wieder auf 31,7 ct/kg befestigt. Am Terminmarkt an der EEX in Leipzig zeigen sich die Kurse im Januar deutlich fester, auch die Umsätze gingen nach oben. Abgeleitet ergeben sich daraus Erzeugerpreise von 33 bis 35 ct/kg für das Jahr 2021. Die Auszahlungspreise der Molkereien haben in Folge der Corona-bedingten Markteinbrüche und der großen Unsicherheiten bis Mai nachgegeben. In Baden-Württemberg lag der Auszahlungspreis bei 32,7 ct/kg. Bis Dezember konnten sich die Preise wieder bis auf 34,2 ct/kg erholen. Für den Jahresanfang werden in Folge der Butterpreissenkungen zunächst etwas niedrigere Erzeugerpreise erwartet. Biomilch hat von Corona profitiert und erlebt einen Nachfrageschub. 2020 wurden von den privaten Haushalten in Deutschland 14,5 % mehr Bio-Trinkmilch, 24,9 % mehr Bio-Käse und 11,0 % mehr Bio-Joghurt eingekauft. Die Erzeugerpreise in Süddeutschland lagen nach Zahlen von Bioland im Dezember entsprechend bei stabilen 48,7 ct/kg. Mit der nachhaltig im zweistelligen Bereich wachsenden Nachfrage nach Bio-Milch­produkten und den in Deutschland 2020 bis einschließlich November nur um 4,2 % gestiegenen Anlieferungen von Biomilch ergeben sich Spielräume sowohl für neue Lieferanten, als auch für stabile Preise.

31.01.2021

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