Milch

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Der Milchmarkt zeigte sich in den letzten Wochen ausgesprochen fest. Am Weltmarkt steht ein nur moderat steigendes Angebot einem hohen Importbedarf Ostasiens gegenüber. Die 9 großen Exporteure lagen im März bei +1,7 %. In den USA geht die Ausdehnung der Milchkuhbestände und der Milcherzeugung weiter. Im April wurden +1 % Kühe und +3,3 % Milch gg. Vj. gemeldet. In Neuseeland haben die gute Futterversorgung und Rekord-Erzeugerpreise die Anlieferungen in der auslaufenden Saison von Jan - Apr um +5,4 % gg. Vj. Steigen lassen. Die Preise des dortigen Global Dairy Trade Tenders, die bis Anfang März nachfragebedingt um insgesamt 41 % angezogen hatten, tendieren deshalb seit Mitte März seitwärts, seither verlor der Index wieder rund 4 %. Zur Entspannung des Weltmarktes hat insbesondere die EU mit (schaltjahrbereinigten) -0,3 % im ersten Quartal beigetragen. Mengenmäßig am bedeutendsten wirkten sich die die abnehmenden Milchanlieferungen in Frankreich (-2,5 %), Deutschland (-1,7 %) und den Niederlanden (-1,3 %) aus. Dies dürfte eine direkte Folge des zu kalten Frühjahrs und der teuren Zukaufsfuttermittel sein. Mengenmäßig bedeutende Zuwächse erzielten dagegen Irland (+10,5 %) und Italien (+2,3 %). Die deutsche Erzeugung ist bereits seit Mitte 2020 rückläufig, was auf die abnehmenden Kuhzahlen, die nicht zur Mehrerzeugung motivierenden Erzeugerpreise und die gestiegenen Futterkosten zurückzuführen sein dürfte. Der Mai lag in etwa auf Vorjahresniveau, in KW 19 mit Erreichen der Saisonspitze waren es +0,5 % gg. der Vorjahreswoche. Entsprechend zeigen sich die Rohstoffpreise fest, deutsche Spotmilch kostete in KW 20 32,6 ct/kg. Fett wird weiter besser bewertet, während Magermilchkonzentrat sich aus dem Ostertief noch nicht befreien kann. Der Kieler Rohstoffwert hat sich von Januar bis April von 31,3 auf 36,2 ct/kg verbessert. Aus den Kontraktkursen an der EEX in Leipzig lassen sich derzeit Erzeugerpreise von 38 bis 39 ct/kg für das Jahr 2021 ableiten. Die Auszahlungspreise der baden-württembergischen Molkereien haben sich nach dem Corona-bedingten Markteinbruch bis Ende 2020 wieder erholt. Für Januar und Februar mussten die Molkereien wegen des Drucks des LEH bei Butter die Auszahlungspreise erneut bis auf 33,8 ct/kg zurücknehmen. Bis April konnten die Erzeugerpreise mit 35,1 ct/kg wieder 1,3 ct/kg aufholen. Der Anstieg dürfte in den nächsten Monaten noch weitergehen. Stabile Erzeugerpreise sind vor dem Hintergrund der kräftigen Preissteigerungen bei Futter, Düngemitteln und Kraftstoffen auch dringend nötig.
Biomilch erlebte 2020 Corona-bedingt einen Nachfrageschub, der weiter anhält. Im März 2021 erreichten die Auszahlungspreise der süddeutschen Molkereien nach Zahlen von Bioland 49,9 ct/kg. Mit dem Ende der Winterzuschläge ist der Preis im April leicht auf 49,4 ct/kg zurückgegangen, spätestens im Herbst wird aber wohl die 50 Ct-Marke geknackt werden.

31.05.2021

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