Service-Navigation

Suchfunktion

Brotgetreide

Kontakt

Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


07171 / 917 207

llm@lel.bwl.de


Telefonverzeichnis der LEL

Marktlage Getreide

Welt: Die Welt blickt weiter auf eine solide Getreideversorgung. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit einem deutlichen Aufbau der Welt-Getreideendbestände auf ein solides Niveau von 651 Mio. t zum 30.06.2018 folgte mit 2018/19 erstmals wieder ein Getreidewirtschaftsjahr, in welchem die Bilanz ein Defizit aufwies. Laut Novemberschätzung des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) stand einer Erzeugung von 2.130 Mio. t ein Verbrauch von 2.136 Mio. t gegenüber. Entsprechend zeigte sich der Endbestand zum 30.06.2019 mit 625 Mio. t rückläufig. Für die aktuelle Saison 2019/20 ging man zunächst im Mai 2019 noch von einer positiven Getreidebilanz mit einem Überschuss von rund 20 Mio. t aus. Dies änderte sich jedoch mit der Julischätzung des USDA. Im Moment wird die Welt-Getreideproduktion in der Novemberschätzung im Wirtschaftsjahr 2019/20 nur noch auf 2.160 Mio. t taxiert. Gegenüber der Maischätzung wurde damit die Erzeugung um 43 Mio. t nach unten korrigiert. Bei einem ebenfalls leicht nach unten korrigierten Verbrauch von 2.167 Mio. t ergibt sich im Moment für die Getreidebilanz ein rechnerisches Defizit von rd. 10 Mio. t. Der Endbestand zum 30.06.2020 soll entsprechend auf einen Wert um 615 Mio. t fallen. Dennoch bewegt sich der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, für 2018/19 mit 29,3% bzw. für 2019/20 mit 28,4% weiter auf einem soliden Niveau.
Europa: Im Oktoberbericht 2019 taxierte die EU-Kommission die Vorjahres- Getreideernte der EU-28 Staaten unverändert auf rund 290,2 Mio. t, den Verbrauch dagegen leicht höher mit rund 287,8 Mio. t. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 100,8% brachte die Ernte 2018 damit das schlechteste Ergebnis seit 2010. In der aktuellen Ernte 2019 wird derzeit mit 315,6 Mio. t Erzeugungsmenge gerechnet. Im Vergleich zur Septemberschätzung wurde damit eine erneute Aufwärtskorrektur von rund 3 Mio. t vorgenommen. Der Verbrauch wird mit 290,0 Mio. t deutlich darunter gesehen, so dass sich zum einen die Endbestände auf 56 Mio. t erholen könnten, zum anderen auch wieder mehr Getreide für den Export, welcher auf 39,8 Mio. t geschätzt wird, zur Verfügung stehen könnte. Im Gegensatz zur Vorjahresernte werden die Ernten im mittleren, nördlichen und östlichen Europa als gut durchschnittlich eingeschätzt, während im Süden, v.a. Spanien, Portugal und Rumänien aufgrund von Trockenheit eher schwache Ernten gesehen werden.
Deutschland: In seiner vorläufigen Schätzung vom September taxiert das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) die Getreideernte 2019 mit Mais auf 44,71 Mio. t (Vj. 37,95). Aufgrund der v.a. im Osten Deutschlands vorherrschenden Trockenheit lag das Ergebnis zwar deutlich über dem, Vorjahr, in Summe jedoch rund 3,3% unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 23,04 Mio. t gesehen, ein Plus von +13,7 % zum Vorjahr. Die Gerstenernte soll bei 11,77 Mio. t liegen, ein Plus von 22,8 % zum Vorjahr. Zurückgenommen wurden die Erwartungen beim Körnermais auf 3,78 Mio. t. Dennoch ergibt sich auch hier ein Plus von 13,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die höheren Erntemengen zum Vorjahr sind in allen Fällen nahezu ausschließlich höheren Erträgen geschuldet. Regional fiel die Ernte sehr unterschiedlich aus. Die Erträge im Süden waren zumeist zufriedenstellend bis gut, aus dem Osten hingegen wird berichtet, dass die Druschergebnisse teilweise erheblich unterhalb des 5-jährigen Durchschnitts lagen.

26.11.2019

Bestellen Sie hier unseren KOSTENLOSEN NEWSLETTER

6 mal im Jahr informiert über aktuelle Entwicklungen auf  landwirtschaftlichen Märkten.

AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 2 Getreide

Text

Folien (962 kB)

Marktlage Weizen


Die Weizenernte 2018/19 war mit einer Erzeugung von 731 Mio.t und einem Verbrauch von 733 Mio. t nach vielen Jahren erstmals wieder geringfügig im Defizit. Die Saison 2019/20 ändert dies wieder grundlegend. In diesem Getreidewirtschaftsjahr wird nach den Novemberzahlen des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) eine Produktion von 765 Mio. t bei einem Verbrauch von 751 Mio. t erwartet. Der Endbestand zum 30.06.2020 steigt entsprechend auf einen Wert von 288 Mio. t (stock-to-use-ratio = 38,4 %). In der EU-28 korrigierte die Kommission die Weizenernte 2019 (einschl. Durum) in ihrer Oktoberschätzung gegenüber dem September erneut um rd. 2 Mio. t nach oben auf 154,8 Mio. t. In Deutschland sollen 23,04 Mio.t Weizen gedroschen worden sein, bei einem Durchschnittsertrag von 73,6 dt/ha. Wie bei den anderen Getreidearten war auch die Weizenernte deutlich von regionalen Unterschieden geprägt. Im Süden wird von durchschnittlichen Erträgen berichtet, während im Osten die Bestände deutlich von der Trockenheit gezeichnet waren. Qualitativ waren in der Ernte 2019 etwas schwächere Proteingehalte zu verzeichnen. Eine Folge davon scheint die etwas schwächere Ausprägung der Backvolumina zu sein. Bezüglich Fusarium­belastung (DON-Gehalte) und weiterer Parameter kann die Weizenernte 2019 als gesund bezeichnet werden. Mit Erzeugerpreisen um 15,- €/dt scheint sich auch der Brotweizen von der Erntedepression etwas zu befreien. Ex Ernte waren Preise um 14,80 €/dt zu verzeichnen. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung als sehr solide, so dass der Weg für die Weizenpreise nach oben eher beschwerlich werden könnte.

26.11.2019

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2018
Terminmarkt Weizen


Nach 5 Jahren deutlich positiver Welt-Weizenbilanzen schloss das Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 mit einer knapp defizitären Bilanz. Allerdings wird die Weizenbilanz des aktuellen Getreidewirtschaftsjahres 2019/20 deutlich im Plus gesehen. Die Endbestände sollen nach Zahlen des USDA in der Septemberschätzung um 10,4 Mio. t auf 288,3 Mio. t anwachsen. Entsprechend notiert der DEZ19-Weizenkurs an der CBoT auf eher schwächerem Niveau zwischen 500 bis 530 US-Cent/bushel seitwärts. In den zurückliegenden Wochen war eine leichte Befestigung zu spüren, so dass aktuell ein Kurs von 530 US-Cent/bushel genannt wird. Ähnlich der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse MATIF in Paris. Nach einem Tief bei 166 €/t zum Monatsbeginn September notierte der DEZ19 zuletzt bei 181 €/t. Sollten sich die aktuellen Zahlen verfestigen, ist wohl eher nur mit moderaten Bewegungen bei Weizen zu rechnen.

26.11.2019

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen

Die Roggenfläche der Ernte 2019 ist sowohl bundesweit als auch in Baden-Württemberg etwas ausgedehnt worden. In Deutschland standen rund 642.000 ha (Vj. 523.000), in Baden-Württemberg waren es 9.400 ha (Vj. 8.300). Der Ertrag lag im Bundesdurchschnitt mit 51,6 dt/ha deutlich über dem Vorjahr (42,1). Die Erntemenge wird auf 3,316 Mio. t beziffert (Vj. 2,201). Auf EU-Ebene wird die Roggenernte auf 8,34 Mio. t geschätzt, das sind rund 2,2 Mio. t mehr als im Vorjahr. Aus jetziger Sicht wird die Roggenqualität als gut eingeschätzt, letztlich müssen aber die Laboruntersuchungen zur Backfähigkeit und Qualität abgewartet werden. Die Erzeugerpreise für Brotroggen litten, ähnlich wie andere Getreidepreise, deutlich unter dem Erntedruck. Mit Nennungen zwischen 14 bis 14,50 €/dt waren die Preise eher am unteren Level angekommen. Zwischenzeitlich macht sich eine gewisse Befestigung bemerkbar. Zuletzt wurden bundesweit Erzeugerpreise um 14,60 €/dt genannt. Auf Großhandelsebene notierte Brotroggen franko Mannheim zuletzt zwischen 16,30 bis 16,50 €/dt, und damit rund 4,- €/dt schwächer als im Vorjahr.

26.11.2019
Winterroggen 2018
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8 16,3

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2 15,8

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0 .

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8 17,7

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3 17,1

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

14,3* 16,9*

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.
*) Preise AMI Deutschland

Fußleiste