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Brotgetreide

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Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


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Marktlage Getreide

Welt: Die Welt blickt weiter auf eine solide Getreideversorgung, auch wenn das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) die Getreideernte 2020/21 deutlich nach unten korrigierte. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit überwiegend positiven Bilanzen waren die Welt-Getreideendbestände zum 30.06.2020 wieder auf ein solides Niveau von rund 640 Mio.t angewachsen, auch wenn die Saison 2018/19 leicht defizitär verlief. Das neu begonnene Getreidewirtschaftsjahr 2020/21 soll eine Ernte von 2.227 Mio.t bringen. Der Verbrauch wird aktuell mit 2.194 Mio.t deutlich darunter gesehen. Als Folge ergäbe sich ein Anstieg der Endbestände auf gut 661 Mio.t. Der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, stiege damit für 2020/21 auf satte 30,1%.
Europa: Im Aprilbericht 2020 taxierte die EU-Kommission die Getreideernte der EU-27 2020/21 noch auf knapp 290 Mio.t, den Verbrauch auf 261,3 Mio.t. Inzwischen wurden die Erwartungen aufgrund der Trockenheit in weiten Bereichen der Mitgliedsstaaten auf 282,3 Mio.t abgesenkt. Dennoch errechnet sich mit einem Selbstversorgungsgrad von 107,9% für die Ernte 2020 der fünftbeste Wert im Rückblick auf die letzten 12 Jahre. Trotz des geschätzten Exports in Drittländer von 41 Mio.t sollen die Endbestände zum 30.06.2021 auf 49 Mio.t leicht anwachsen.
Deutschland: Die deutsche Getreideernte 2019 mit Mais wurde von Statistischen Bundesamt Anfang Februar mit 44,3 Mio.t festgestellt (Vj. 37,95). Die neue Ernte 2020 schätzt der DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V. in seiner 5. Schätzung von Mitte Juli auf 44,56 Mio.t. Weniger Weizen, geringfügig weniger Gerste, aber mehr Körnermais sollen das Ergebnis richten. Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 22,46 Mio.t gesehen, ein Minus von -2,6 % zum Vorjahr. Die Gerstenernte soll 11,2 Mio.t betragen, ein Minus von -3,3 %. Mehr Körnermais mit knapp 4,4 Mio.t durch mehr Fläche und einen höheren Ertrag soll ein Plus von 19,8 % zum Vorjahr bringen.

30.07.2020

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AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 2 Getreide

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Marktlage Weizen

Die Weizenbilanz 2019/20 fiel mit einer Erzeugung von 765 Mio.t und einem Verbrauch von 743 Mio.t positiv aus. Der Endbestand zum 30.06.2020 stieg auf einen Wert von 297,1 Mio. t (stock-to-use-ratio = 40,0 %). Für 2020/21 sieht das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) erneut eine positive Bilanz, auch wenn die Erwartungen in der letzten Schätzung deutlich nach unten korrigiert wurde. Einer Ernte von 769 Mio.t soll ein Verbrauch von 747 Mio.t gegenüberstehen. Damit würde der Endbestand mit knapp 315 Mio.t erstmals die 300 Mio.t-Marke übersteigen. In der EU-27 bestätigt die Kommission die Weizenernte 2019 (einschl. Durum) in ihrer Julischätzung bei gut 138 Mio.t. Damit wurde im vergangenen Jahr, ähnlich wie bei Mais, das zweitbeste Ernteergebnis aller Zeiten gedroschen. Nur 2014/15 war die Ernte noch besser. Für 2020/21 soll die Weizenernte aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Europas geringer ausfallen. Auf nur 124 Mio.t beläuft sich die Julischätzung. In Deutschland sind 2019 rund 23,06 Mio.t Weizen gedroschen worden. Für die neue Ernte 2020 sieht der DRV (Deutscher Raiffeisenverband e.V. eine Weizenmenge von 22,46 Mio.t. bei einem Durchschnittsertrag von 77,1 dt/ha. Mit aktuellen Erzeugerpreisen um 16,00 €/dt steht auch der Brotweizen unter gewissem Erntedruck. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung, als solide, so dass ein Weg für die Weizenpreise weiter nach oben eher beschwerlich aussieht. Gewisse Unterstützung erhält der Weizen durch die Corona-Krise. Mit Blick auf die aktuelle Ernte ist eher mit einem weiteren leichten Rückgang der Preise zu rechnen, sofern sich weltweit keine Katastrophen anbahnen.

30.07.2020

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2019
Terminmarkt Weizen

Die aktuelle Welt-Weizenbilanz 2020/21 zeigt sich trotz Rücknahme der Schätzzahlen weiter überschüssig. Kommt es so wie es das USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) in seiner Julischätzung prognostiziert hat, dann werden die Welt-Weizen-Endbestände zum 30.06.2021 erstmal auf über 300 Mio.t anwachsen. Nach einem Tief bei gut 480 US-Cent/bushel Ende Juni konnte sich US-Weizen (DEZ20) an der CBoT (Chicago Board of Trade) wieder auf ein Niveau von 540 US-Cent/bushel erholen. Derzeit tendiert US-Weizen seitwärts in einem Band von 530 bis 550 US-Cent/bushel. Der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse EURONEXT in Paris (ehem. MATIF) für den DEZ20 verlief hingegen moderater. Nach dem Corona-bedingten Einbruch Mitte März auf 176,- €/t konnte sich der Kurs wieder auf ein Niveau von rund 190,- €/t erholen. Ende Juni kam es ebenfalls zu einem Rückgang der Kurse auf 179,- €/t, der damit aber etwas schwächer ausfiel als in Chicago. Derzeit bewegen sich die Kurse mit leichtem Abwärtstrend bei rund 188,-€/t. Mit Fortschreiten der Ernte ist weiter mit leichtem Druck zu rechnen.

30.07.2020

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen

Die Roggenernte 2019 wird vom Statistischen Bundesamt mit 3,24 Mio.t angegeben. In Deutschland standen rund 636.300 ha (Vj. 523.000), in Baden-Württemberg waren es 9.400 ha (Vj. 8.300) Roggen auf den Feldern. Der Ertrag lag im Bundesdurchschnitt mit 50,9 dt/ha deutlich über dem Vorjahr (42,1). Für 2020 schätzt der DRV die Roggenernte auf rund 3,61 Mio.t. Sowohl die Anbaufläche soll mit 661 Tsd.ha etwas größer ausfallen, ebenso der Ertrag mit 54,6 dt/ha. Auf EU-27-Ebene wurde die Roggenernte 2019/20 auf 8,26 Mio.t geschätzt. 2020 sollen es 8,57 Mio.t sein. Die Erzeugerpreise für Brotroggen zeigten sich vor der Ernte leicht unter Druck. Mit Preisen bei 13,70 €/dt war ein Tiefpunkt erreicht. Aktuell haben sich die Preise auf 14,- bis 14,20 €/dt leicht stabilisiert. Unterstützung erfährt auch der Roggen durch die schwächer ausfallende Ernte. Auf Großhandelsebene notierte Brotroggen franko Mannheim zuletzt zwischen 15,40 bis 15,80 €/dt.

30.07.2020
Winterroggen 2019
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8 16,3 16,7

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2 15,8 16,2

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0 15,9* 15,2*

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

19/20

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8 17,7 15,9

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3 17,1 15,5

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

14,3* 16,9* 13,9*

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.
*) Preise AMI Deutschland

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