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Brotgetreide

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Werner Schmid

Referent pflanzliche Märkte


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Marktlage Getreide

Welt: Die Welt blickt weiter auf eine vergleichsweise solide Getreideversorgung. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren mit einem deutlichen Aufbau der Welt-Getreideendbestände auf ein solides Niveau von 654 Mio.t zum 30.06.2018 folgte mit 2018/19 erstmals wieder ein Getreidewirtschaftsjahr, in welchem die Bilanz ein Defizit aufwies. Der Endbestand wurde zum 30.06.2019 auf 625 Mio.t abgebaut. Laut Januarschätzung des USDA (US-amerikanisches Agrarministerium) weist auch die aktuelle Saison 2019/20 ein leichtes Defizit aus. Einer Erzeugung von 2.166 Mio.t steht ein Verbrauch von 2.174 Mio.t gegenüber. Entsprechend soll der Endbestand zum 30.06.2020 nur noch rund 616 Mio.t betragen. Dennoch bewegt sich der stock-to-use-ratio, das Verhältnis zwischen Endbestand und Weltgetreideverbrauch, für 2019/20 mit 28,3% weiter auf einem soliden Niveau.
Europa: Im Dezemberbericht 2019 taxierte die EU-Kommission die Vorjahres-Getreideernte der EU-28 Staaten auf rund 317,6 Mio.t, den Verbrauch auf rund 290,0 Mio.t. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 109,5% brachte die Ernte 2019 damit das zweitbeste Ergebnis seit 2014/15. Im Vergleich zur Novemberschätzung korrigierte die Kommission das Ergebnis nochmals um 2 Mio.t nach oben. Obwohl der Export in Drittländer mit 42,8 Mio.t in dieser Saison als sehr gut eingeschätzt wird, sorgt die gute Ernte 2019 auch für ein Wachsen der Endbestände auf 56,9 Mio.t.
Deutschland: In seiner vorläufigen Schätzung vom September taxierte das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) die Getreideernte 2019 mit Mais auf 44,71 Mio.t (Vj. 37,95). Aufgrund der v.a. im Osten Deutschlands vorherrschenden Trockenheit lag das Ergebnis zwar deutlich über dem Vorjahr, in Summe jedoch rund 3,3% unter dem fünfjährigen Durchschnitt. Die Weizenproduktion wird bei insgesamt 23,04 Mio.t gesehen, ein Plus von +13,7 % zum Vorjahr. Die Gerstenernte soll bei 11,77 Mio.t liegen, ein Plus von 22,8 % zum Vorjahr. Zurückgenommen wurden die Erwartungen beim Körnermais auf 3,78 Mio.t. Dennoch ergibt sich auch hier ein Plus von 13,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die höheren Erntemengen zum Vorjahr sind in allen Fällen nahezu ausschließlich höheren Erträgen geschuldet. Regional fiel die Ernte sehr unterschiedlich aus. Die Erträge im Süden waren zumeist zufriedenstellend bis gut, aus dem Osten hingegen wird berichtet, dass die Druschergebnisse teilweise erheblich unterhalb des 5-jährigen Durchschnitts lagen.

31.01.2020

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AGRARMÄRKTE 2019

Kapitel 2 Getreide

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Marktlage Weizen

Nach einer knapp defizitären Weizenbilanz 2018/19 mit einer Erzeugung von 731,4 Mio.t und einem Verbrauch von 733,3 Mio.t zeigt die Saison 2019/20 wieder eine positive Bilanz. Einer Produktion von 764,4 Mio. t steht ein Verbrauch von 751,5 Mio. t gegenüber. Der Endbestand zum 30.06.2020 steigt entsprechend auf einen Wert von 288,1 Mio. t (stock-to-use-ratio = 38,3 %). In der EU-28 korrigierte die Kommission die Weizenernte 2019 (einschl. Durum) in ihrer Dezemberschätzung gegenüber dem November marginal um 0,1 Mio.t nach oben auf 154,9 Mio.t. In Deutschland sollen 23,04 Mio.t Weizen gedroschen worden sein, bei einem Durchschnittsertrag von 73,6 dt/ha. Wie bei den anderen Getreidearten war auch die Weizenernte deutlich von regionalen Unterschieden geprägt. Im Süden wurde von durchschnittlichen Erträgen berichtet, während im Osten die Bestände deutlich von der Trockenheit gezeichnet waren. Qualitativ waren in der Ernte 2019 etwas schwächere Proteingehalte zu verzeichnen. Eine Folge davon scheint die etwas schwächere Ausprägung der Backvolumina zu sein. Bezüglich Fusarium­belastung (DON-Gehalte) und weiterer Parameter konnte die Weizenernte 2019 als gesund bezeichnet werden. Mit Erzeugerpreisen um 15,80 €/dt konnte sich auch der Brotweizen von der Erntedepression befreien. Ex Ernte waren Preise um 14,80 €/dt zu verzeichnen. In Summe zeigt sich die weltweite, aber auch die europäische Versorgung als solide, so dass ein weiterer Weg für die Weizenpreise nach oben eher beschwerlich werden könnte.

31.01.2020

Qualitätsweizen
Brotweizen
Brotgetreide 10 Jahre
winterweichweizen 2018
Terminmarkt Weizen

Nach 5 Jahren deutlich positiver Welt-Weizenbilanzen schloss das Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 mit einer knapp defizitären Bilanz. Allerdings wird die Weizenbilanz des aktuellen Getreidewirtschaftsjahres 2019/20 deutlich im Plus gesehen. Die Endbestände sollen nach Zahlen des USDA in der Januarschätzung um 10 Mio.t auf 288,1 Mio.t anwachsen. Dennoch notiert der MRZ20-Weizenkurs an der CBoT bei 570 US-Cent/bushel deutlich über dem Kurs im November, als derselbe Kontrakt noch mit 520 US-Cent/bushel gehandelt wurde. Aktuell ist eine gewisse Schwächetendenz zu verzeichnen, die Kurse sind leicht rückläufig. Verantwortlich dafür sollen Faktoren wie der noch nicht endgültig bereinigte Handelsstreit zwischen den USA und China, aber auch Auswirkungen der ASP-Situation weltweit und auch eine allgemeine Depression, ausgelöst durch die Diskussion um den Corona-Virus, sein. Der Verlauf der Weizennotierungen an der europäischen Warenterminbörse MATIF in Paris für den MRZ20 zeigt ähnliche Tendenzen. Dort wird aktuell ein Kurs von 194,25 €/t genannt. Mit Spannung blickt der Markt auf die weiteren Entwicklungen in Sachen ASP, Handelsstreit USA/China und auch die Entwicklungen in Sachen Corona-Virus.

31.01.2020

CBOT Weizennotierung
CBOT weizennotierung in $
Matif weizennotierung
MATIF Offene Weizenkontrakte
Marktlage Roggen

Die Roggenfläche der Ernte 2019 ist sowohl bundesweit als auch in Baden-Württemberg etwas ausgedehnt worden. In Deutschland standen rund 642.000 ha (Vj. 523.000), in Baden-Württemberg waren es 9.400 ha (Vj. 8.300). Der Ertrag lag im Bundesdurchschnitt mit 51,6 dt/ha deutlich über dem Vorjahr (42,1). Die Erntemenge wird auf 3,316 Mio.t beziffert (Vj. 2,201). Auf EU-Ebene wird die Roggenernte auf 8,34 Mio.t geschätzt, das sind rund 2,2 Mio.t mehr als im Vorjahr. Rückblickend kann die Roggenqualität als gut eingeschätzt werden. Teilweise waren die Ergebnisse so gut, dass es zur Erzielung guter Backfähigkeiten oftmals an Abmischroggen fehlt. Die Erzeugerpreise für Brotroggen litten, ähnlich wie andere Getreidepreise, deutlich unter dem Erntedruck. Mit Nennungen um 13,50 €/dt waren die Preise eher am unteren Level angekommen. Bis zum Jahresende mache sich eine gewisse Befestigung bemerkbar. Zuletzt wurden bundesweit Erzeugerpreise um 14,40 €/dt genannt. Auf Großhandelsebene notierte Brotroggen franko Mannheim zuletzt zwischen 15,80 bis 16,20 €/dt, und damit rund 5,- €/dt schwächer als im Vorjahr.

31.01.2020
Winterroggen 2018
Jahresdurchschnittspreise Brotgetreide

Kalenderjahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

Qualitätsweizen

17,7

19,2

11,7

15,3

22,1

20,8

19,5

16,7

16,5

14,2

14,8 16,3 16,7

Brotweizen

17,1

18,3

10,7

14,3

20,5

20,2

18,9

15,9

15,7

13,6

14,2 15,8 16,2

Brotroggen

17,3

17,0

10,0

.

.

20,7

.

14,0

13,3

14,0 15,9* 15,2*

 

Wirtschaftsjahr

06/07

07/08

08/09

09/10

10/11

11/12

12/13

13/14

14/15

15/16

16/17

17/18

18/19

Qualitätsweizen

14,1

22,8

13,4

11,1

22,7

18,7

22,7

17,0

16,4

15,1

14,6

14,8 17,7

Brotweizen

13,3

21,9

12,6

10,5

21,0

18,0

22,1

16,3

15,3

14,7

13,8

14,3 17,1

Brotroggen

13,9

21,5

11,0

9,8

.

.

20,7

.

.

13,7

13,2

14,3* 16,9*

Erzeugerpreise in Baden-Württemberg, frei Erfasser, in €/dt, ohne MwSt.
*) Preise AMI Deutschland

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